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Aktivurlaub in Italien: Tauchen
763753341Italien ist ein Paradies für Taucher. Vor allem im gut temperierten Mittelmeer locken Korallenriffs, unterirdische Grotten, eine intakte Unterwasserflora und -fauna sowie Schiffswracks zur Erkundung. Aber auch vom Festland aus und im Süßwasser des Gardasees lässt sich gut tauchen bzw. tauchen lernen.

Das nächstgelegene Tauchgebiet für deutsche Italienurlauber ist der Gardasee. Frühjahr und Herbst sind dort die besten Zeiten für Expeditionen ins Süßwasser, im Sommer schränkt die Algenblüte die Sicht stark ein. Normalerweise beträgt die Sicht je nach Strömung zehn Meter und mehr. Die Temperaturen an der Wasseroberfläche betragen noch Ende September angenehme 20 Grad. Vom Schwierigkeitsgrad ist für Anfänger wie geübte Taucher alles dabei. Gleich vom Land aus lässt sich das eine und andere Hausriff erkunden. Zu den kleinen Inseln und den vielen Schiffswracks kommt man nur per Boot.

Tauchvorschriften

Auch Nachttauchen ist in Italien erlaubt, allerdings nur mit Starlight. Flagge und Boje sind jederzeit Pflicht. Tauchbasen bieten meist stationäre Bojen am Boot an, sonst muss der Taucher selbst eine Boje mitführen. In Venetien darf zudem nur vom Boot aus getaucht werden, selbst wenn der Zugang vom Land möglich ist. Und in dem Boot muss eine Person sitzen. Andernfalls drohen 150 Euro Bußgeld.

Tauchen vom Festland aus

Vor der Küste Liguriens erwartet Taucher eine fantastische Unterwasserwelt. Das Klima ist das Jahr über gemäßigt, Wasser und Strände von ausgezeichneter Qualität. Etliche Reviere sind zu maritimen Naturparks und Meersschutzgebieten erklärt worden, wie das „Heiligtum der Wale“ - Santuario die Catecei: Die dreißig interessantesten Tauchgebiete listet der neue Reiseführer des ligurischen Fremdenverkehrsamtes „Liguria in Blu“ auf, der über www.turismoinliguria.it bestellt werden kann. Darin finden sich Informationen über Schwierigkeitsgrad der Tauchgänge, Beschaffenheit des Meeresbodens, Flora und Fauna, Fossilien sowie zu Schiffswracks und der Geschichte ihres Untergangs.

Ebenfalls vom italienischen Festland aus zu erreichen sind folgende beliebte Tauchreviere: In der Toskana die bunte Unterwasserwelt rund um den Monte Argentario, in Latium die Reviere des maritimen Naturschutzparks Monte Orlando und Ischitella vor der Steilküste der Amalfiküste, in Kalabrien die Straße von Messina mit ihren vielen Wracks. Die Palette reicht von griechischen Amphoren bis zu Kriegsschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg. In zahlreichen Küstenorten bieten Tauchschulen Kurse und Verleih von Tauchausrüstungen an. Padi-Kurse kosten um die 300 Euro. Unbedingte Voraussetzung ist ein Tauchtauglichkeits-Attest vom Arzt. Ein Tauchgang mit eigener Ausrüstung kostet ab 30 Euro, mit geliehener Gerätschaft und Tauchanzug etwa 50 Euro.

Abtauchen vor Italiens Inseln

Die großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien sind zu allen Jahreszeiten ideale Tauchgebiete. Allein vier Meeresparks schützen die Unterwasserwelt rund um Sizilien, zu den Tauchbasen geführte Exkursionen anbieten. In der für Europa selten guten Wasserqualität vor Sardinien hat sich eine einzigartige farbenfrohe Meeresfauna und -flora erhalten, zu bewundern in den zahlreichen Unterwasserhöhlen der fünf Wasserschutzgebiete. Die Unterwasserlandschaft von Capo Testa zählt gar zu den zehn besten Tauchgründen der Welt. Hier locken bizarre Granitbuchten, an den gigantischen Unterwasserfelsen wachsen Edelkorallen und die Steilwände sind durchlöchert wie Schweizer Käse. Die Straße von Bonifacio ist für Sichtweiten von bis zu 50 Meter berühmt. Die Tierwelt des Mittelmeers zeigt sich hier in ihrer ganzen Artenvielfalt, von Muränen über Langusten bis zu Seeanemonen, Tintenfischen und Zackenbarschen.

Den größten Meeresnationalpark Europas bildet der toskanische Archipel mit den Inseln Elba, Giglio, Giannutri, Montecristo, Pianosa, Capraia und Gorgona. Besonders aufregend ist hier das Tauchen in den unzähligen bunten Fischschwärmen. Vor den rauen Felsen der Pontinischen Inseln ist vor allem Steilwandtauchen angesagt. Mit vielen interessanten Tauchspots wartet auch die Insel Ustica nördlich von Sizilien auf, wo intensive Natur- und Meeresforschung betrieben wird.

Südwestlich von Sizilien lockt die Insel Pantelleria zu Tauchgängen. Vor den Tremiti Inseln in Apulien ergründen Taucher die steil ins Wasser abfallenden Felsen und zahlreiche Meeresgrotten. Glasklares Wasser bieten die Ägadischen Inseln, insbesondere die Hauptinsel Favignana mit ihren zahlreichen Grotten. Ein Geheimtipp unter Tauchern ist Lampedusa, die südlichste der Pelagischen Inseln, nur 180 Kilometer von Tunesien entfernt, mit hellem Kalkgestein und einer intakten Unterwasserwelt.

[Text: laudatio / Foto: Reuters]




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