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Auf den Spuren des heiligen Franziskus
teaser_enit_234Pilgern ist in. Im Zeitalter von Reizüberflutung und multiple tasking gibt es den Trend der Rückbesinnung auf Jahrtausende alter Pilger-Tradition. Prominente wie Hape Kerkeling haben für die nötige Aufmerksamkeit gesorgt. Jedes Jahr pilgern Heerscharen zur Selbstfindung oder nur zur intensiven Bewegung in der freien Natur. Kaum etwas ist da besser geeignet als Bella Italia.

Hier unterstreichen das Klima und die geschichtsgesättigte Landschaft die spirituelle und aktive Auszeit vom Alltag. Der heiligen Franz von Assisi war ein eifriger Fußgänger, der weite Teile Italiens durchwandert hat. Demzufolge gibt es etliche Touren, die seinen Spuren folgen. Die vielleicht längste von Florenz über La Verna, Assisi und Rieti nach Rom haben wir näher betrachtet.

Sonne für die Welt

„Wie eine Sonne ging er in der Welt auf“, schrieb der italienische Dichter und Philosoph Dante über den Heiligen Franziskus. Dieser wurde als Giovanni Battista Bernardone Ende des 12. Jahrhunderts in Assisi geboren. Als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers genoss er eine für diese Zeit ungewöhnlich intensive Bildung. Nach einer Jugend voller Ausschweifungen kam er Anfang des 13. Jahrhunderts zum radikalen Wandel seines Lebens. Er machte eine Wallfahrt nach Rom, auf der er der Legende nach seine Kleider an einen Bettler schenkte. Später überwarf er sich mit dem Vater, der der Freigebigkeit kritisch entgegenstand, sagte sich von ihm und seinem Erbe los und lebte als Einsiedler vor den Toren Assisis.

Er führte ein Leben als Büßer in Armut und versuchte so streng wie möglich nach dem Vorbild Jesu zu leben. Franziskus fand Weggefährten und gründete den Orden der minderen Brüder, der sogenannten Minoriten. In der Toskana gab es schon 1212 das erste Franziskaner-Kloster. Bereits zwei Jahre nach seinem Tod, 1228, wurde er von Papst Gregor heiliggesprochen.


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Finden Sie Ihre innere Ruhe auf den Spuren des heiligen Franziskus



Pilger-Monat

Wer den Franziskus-Wanderweg in Angriff nehmen möchte, sollte einen Monat Zeit mitbringen. Er führt über 492 Kilometer entlang der Höhenzüge des Appenin und ist bemüht, einsame Wege zu benutzen, die der Heilige möglicherweise fast 800 Jahre früher beschritten hat. Der Pilgerpfad berührt die vielen Orte, die Franziskus liebte, die wichtigsten Stätten seines Lebens, an die er auch nach seinen Missionsreisen nach Syrien und Ägypten immer wieder zurückkehrte. Einer dieser Orte ist das Valle Santa etwa 80 Kilometer vor Rom, das ihm zu innerer Ruhe verhalf und ihn beflügelte.

Hier soll sein berühmter „Sonnengesang“, das Preisgebet auf die Schönheit der Schöpfung, entstanden sein. Der große Vorzug der Franziskus-Route beispielsweise gegenüber dem vielfrequentierten Jakobsweg ist seine relative Abgeschiedenheit und Ruhe.

Stille und Einkehr

Man bewegt sich fernab der großen Touristen-Magneten durch die reizvollsten Gegenden der Toskana, Umbriens und Latiums. An der Strecke liegen mittelalterliche Städtchen wie Sansepolcro, Gubbio oder Spoleto, viele Klöster – häufig von Franziskanermönchen geführt - laden zur Einkehr und oft auch zum Übernachten ein. Im Kloster Fontecolombo, dem sogenannten „franziskanischen Berg Sinai“, entwickelte Franziskus die Ordensregeln seiner Glaubensgemeinschaft. Kloster Greccio gilt als „Neues Bethlehem“ und hat es auf die Unesco-Welterbeliste geschafft. Endpunkt dieses Franziskus-Weges ist die Lateranbasilika in Rom, wo das imposante Franziskus-Monument daran erinnert, wie er vom Papst die Genehmigung seiner Ordensregeln bekam.

[Leadsatz/bgu - Fotos: ENIT/Vito Arcomano]


Literaturempfehlung

  • "Outdoor. Der Weg ist das Ziel – Italien: Franziskaner Wanderweg“ Verlag Conrad Stein, ISBN-10:3866861869, 12.90 Euro

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