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"La dotta", "La rossa" und "La grassa"
Bologna darf sich mit vielen Beinamen schmücken: "La dotta", die Gelehrte, weist sie als Sitz der ältesten Universität Europas aus. Den Namen "La rossa", die Rote, bekam sie vom rötlichen Baumaterial der Gebäude. Feinschmecker schließlich nennen Bologna "La grassa", die Fette, und sehen in ihr das kulinarische Zentrum Italiens.
Historisch Interessierte brauchen mehr als einen Tag zum Erkunden der Stadt, in der Papst Clemens VII. im Jahr 1530 Karl V. zum Kaiser krönte. "Nehmen Sie als Ausgangspunkt immer die Piazza Maggiore", rät Giorgio Orlandi von der städtischen Tourismusinformation, die ihr Büro an diesem zentralen Platz hat. "Bologna besitzt das größte historische Zentrum in Italien nach der Lagunenstadt Venedig", sagt die Stadtführerin Antonia.
Ein Baudenkmal reiht sich an das nächste
"Die Altstadt war bis 1889 von einer Mauer mit zwölf Toren umgeben." Auf dem Stadtplan ist die einstige Begrenzung noch deutlich zu erkennen, die durch einen Verkehrsring für Autos ersetzt wurde. An der weiten Piazza Maggiore reiht sich ein Baudenkmal an das andere: Da steht die Basilika San Petronio mit ihrem unvollendeten Fassadenschmuck, gebaut von 1390 bis 1659.
Sie ist die fünftgrößte christliche Kirche der Welt, nach dem Willen ihrer Architekten sollte sie sogar die Ausmaße des Petersdoms in Rom übertreffen. Gegenüber steht der Palazzo Podestà, der alte Sitz des Stadtvogts, auf Pfeilern eines großen Gewölbes.
Quasi als Anbau schließt sich der Palazzo di Re Enzo an, das Gefängnis von Enzo. Der uneheliche Sohn von Stauferkaiser Friedrich II. fiel 1249 in die Hände der Bolognesen.
Bilder-Galerie
Bologna - Impressionen aus der oberitalienischen Stadt.
Herrliche Aussicht über die Po-Ebene
"In Bologna entstand auch die erste Hochschule Europas", sagt Angelo Varni von der Universität. Als Gründungsjahr gilt 1088, als sich Studenten und Professoren der Juristerei zusammenfanden. Der Unterricht fand in Wohnungen statt. Um das Studium kontrollieren zu können, entstand auf Betreiben der Kirche ein Universitätsgebäude, der Palazzo dell'Archiginnasio, eine besonders sehenswerte Stätte.
Direkt von der Piazza Maggiore führen auch Wege in lebhafte Gassen, die sich schnell als kulinarische Paradiese erweisen. Händler bieten Obst, Teigwaren, Gemüse, Öle, Essig und vieles mehr. Besucher können sich auch in den zahlreichen Lokalen niederlassen. Stadtbummler lernen im historischen Teil Bolognas schnell eine architektonische Eigenart schätzen:
Die Arkadengänge, die insgesamt fast 40 Kilometer lang sind. Als im Mittelalter Wohnraum knapp wurde, durften die Häuser vom ersten Stockwerk an erweitert werden. Unten blieb genug Platz für Fußgänger und Reiter.
498 Holzstufen für den Aufstieg
Ebenso typisch wie die Arkaden sind die Türme für Bologna. Zwei von ihnen gelten als Wahrzeichen: der etwa 48 Meter hohe "Garisenda" und der fast 100 Meter emporragende "Asinelli". Vom Dach bietet sich bei schönem Wetter eine herrliche Aussicht über die Stadt, die Po-Ebene und hin bis zu den Hängen des Apennin. Allerdings muss man dazu den Aufstieg über 498 Holzstufen bewältigt haben.
[gms]
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