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Camping: Vier-Sterne-Zelt im Pinienwald


 Mit einem Adriano-Celentano-Song im Ohr
Mit einem Adriano-Celentano-Song im Ohr und einem schnittigen Nachkriegsroller über die Alpen nach Italien zu fahren - das war in den sechziger Jahren der Traum vieler Deutscher. Wer sich trotz Wirtschaftswunderjahren keinen von Dr. Tiggers oder Touropa organisierten Hotel-Urlaub leisten konnte, fand damals in Zelten oder Wohnwagen eine gute und günstige Alternative.


Der Andrang war so stark, dass die Freunde Angelo Macola und Ignazio Vok im Mai 1955 eine zündende Idee hatten: Sie eröffneten nahe Cavallino an der nördlichen Adria einen großen Zeltplatz, auf dem sie den größtenteils deutschen Gästen mit Waschgelegenheiten und Imbissen etwas Service bieten wollte. Genau 50 Jahre später ist der Zeltplatz heute unter dem Namen "Union Lido" die wohl bekannteste Campinganlage Europas.


Dem Charme von "Bella Italia" verfallen

Camping in Italien bietet heute alles, was das Urlauberherz begehrt - und hat nur noch wenig mit der Idee der Gründerväter zu tun. In den Nachkriegsjahren hatte das Zelten seinen ganz eigenen Charme. "Bella Italia", das sagenhafte "Land, wo die Zitronen blühen", war vor allem für Deutsche das greifbar gewordene Ziel ihrer Sehnsüchte. "Die Deutschen werden reisen wie noch nie, wenn sie erst wieder satt zu essen haben", hatte bereits 1949 der spätere Touropa-Geschäftsführer Carl Degener prophezeit.

Als 1954 in den meisten Urlaubsländern die Visumpflicht abgeschafft und die Urlaubszeit verlängert wurde, gab es von Buxtehude bis Bingen kein Halten mehr. Bereits Mitte der fünfziger Jahre reisten 4,5 Millionen Deutsche nach Italien. Spitzenreiter auf der Wunschskala war ein Besuch der Riviera. Während die Ferien vor 50 Jahren von Genügsamkeit und Sparsamkeit geprägt waren, bieten die italienischen Campingplätze ihren Gästen heute Komfort pur.



 
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