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Comer See - Klares Wasser, prächtige Villen

60064841.jpgSchon in früher Zeit hatte der Comer See seine Liebhaber. Ligurer und Etrusker zog es an seine Gestade ebenso wie Griechen und Römer. Vergil besang die Schönheit des Sees, und es folgten immer wieder neue Lobeshymnen.

Die "Perle des Comer Sees"

Als "Perle des Comer Sees" gilt der Ort Bellagio. Er liegt an der äußersten Spitze einer Halbinsel, die den Comer See in seinem südlichen Bereich in zwei Arme teilt. Stilvolle Hotels und mondäne Cafés säumen die Uferpromenade. Zum mittelalterlich anmutenden Stadtbild gehören enge, verwinkelte Gassen und Treppenaufgänge, die sich an den Monte Garnasca schmiegen.Der ganze Ort ist über- und ineinander verschachtelt. Überall haben sich winzige Boutiquen eingenistet, in alten Häusern verstecken sich kleine, gepflegte Pensionen.

Auch auf der kleinen Piazza Mazzini am Seeufer herrscht buntes Treiben. Restaurants und Cafés sind gut gefüllt. Ganz beschaulich geht es dagegen im Ortsteil Pescallo zu.Das kleine Fischerdorf, rund 30 Minuten Fußweg von Bellagio entfernt, liegt am Lago di Lecco. Hier gibt es zum fangfrischen Fisch auf der Terrasse eines einfachen Lokals die Aussicht auf den See gratis dazu.

Versteckt in den Bergen liegt das Heiligtum

  "Unsere Spezialität ist Agoni, eine Seesardelle", erklärt der Kellner. Das sei der Stockfisch des Comer Sees. Geangelt wird er nur im Juni, dann laichen die Fische und kommen aus 400 Metern Tiefe ans Ufer. Der Kellner, in seiner Freizeit begeisterter Hobbyradfahrer, empfiehlt seinen Gästen noch einen Besuch der Kirche der Madonna del Ghisallo - eine Kirche für Radfahrer.

Versteckt in den Bergen liegt das Heiligtum, an den Wänden und Decken hängen Fahrräder und andere Reliquien des Profiradsports. Papst Pius XII. hatte 1949 die Madonna del Ghisallo zur Schutzpatronin der Radfahrer bestimmt, und seither kommt so mancher Rennfahrer vor großen Rennen in die Kirche, um hier sein Stoßgebet zu sprechen.

Das Klima in Bellagio ist so mild, dass subtropische Pflanzen prächtig gedeihen: Palmen, Bougainvillea, Kamelien und Agaven. Hier lässt es sich gut eine Woche lang aushalten. Lohnenswert ist auch ein Abstecher in den gepflegten Park der Villa Melzi. Er ist eine Oase der Ruhe und der Beschaulichkeit. Die Villa selbst befindet sich im Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. Für das Publikum geöffnet ist aber ein kleines Museum, das in der Orangerie versteckt ist und einige Fresken und archäologische Funde beherbergt.

 Märchenschloss über dem See
Am gegenüberliegenden Ufer bei der Ortschaft Tremezzo leuchtet ein weißes Märchenschloss über den See. Es ist die Villa Carlotta, die der reiche Mailänder Bankier und lombardische Senatspräsident Marchese Giorgio Clerici 1747 erbauen ließ. Später erwarb Graf Gian Battista Sommariva die Villa und ließ Gebäude und Gärten umgestalten. Alles sollte noch schöner und prunkvoller werden als bei der Villa Melzi. Um den knappen Platz optimal zu nutzen, wurden sogar Treppen und Terrassen in den Hang gebaut. 1856 kaufte Prinzessin Marianne von Preußen den Besitz und schenkte ihn ihrer Tochter Charlotte von Sachsen-Meiningen zur Hochzeit. Seitdem heißt das Schloss Villa Carlotta.

Die Uferstraße führt weiter nach Como, dem historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Region. Im 15. Jahrhundert begann der Aufstieg Comos zur Seidenstadt. Damals gab Lorenzo il Magnifico, ein florentinischer Herrscher aus dem Hause der Medici, den Befehl zum Pflanzen von Maulbeerbäumen. Deren Blätter dienten als Futter für Seidenraupen.

Herrschaftliche Villen und die schneebedeckten Gipfel der Alpen

Den besten Blick auf Como und den See hat man vom kleinen Ort Brunate. In gut fünf Minuten bringt die Zahnradbahn die Besucher auf den 716 Meter hohen Aussichtspunkt. Weit unten liegen die Kirchtürme der Stadt, vom gegenüberliegenden Ufer leuchten die herrschaftlichen Villen, und aus der Ferne grüßen die schneebedeckten Gipfel der Alpen.

Das Ostufer des Comer Sees, weitgehend vom Tourismus vergessen, überrascht mit herber Schönheit. Varenna zum Beispiel gilt vielen als schönster Ort am See. Wie ein Adlernest klebt das 800-Seelen-Dorf am steilen Ufer, und manche der verschachtelten Häuser scheinen regelrecht in den Berghang eingewachsen zu sein. Wer sich die Mühe macht und zum Castello di Vezio hinaufsteigt, wird mit einem Atem beraubenden Ausblick belohnt.


Weiterführende Informationen:

Im Web: www.comersee-info.de - Private Infoseite zum Comer See
Bei amazon: "Oberitalienische Seen" von Eberhard Fohrer
OpenHotelGuide: Italien - Hotelkritiken von Reisenden für Reisende

[gms]

 
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