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Cremona - wo der Himmel voller Geigen hängt
 GeigenCremona, eingebettet in die fruchtbare Po-Ebene, ist seit alters her ein gutsituierter Ort. Die prunkvolle, sehr geschlossene und fast autofreie Altstadt hat ihr lebhaftes mittelalterliches Flair bewahrt. Andererseits sollen hier erstaunlich viele Ferraris angemeldet sein, ein untrügliches Zeichen also auch für aktuellen Wohlstand.

Bilder-Galerie: Geigenbaustadt

Lebendige Tradition

Achtzig Kilometer südöstlich von Mailand gelegen, verdankt Cremona die meisten Gäste seiner Geigenbautradition. Der Ruhm der Väter des Geigenbaus klingt nach und heutige Handwerkskollegen zehren davon. Die etwa 140 Geigenbauer der Stadt haben sich der traditionellen Kunst des Streichinstrumentenbaus verschrieben. Geigenbauer fertigen - wie schon vor 500 Jahren - auch Bratschen, Celli, Kontrabässe und mitunter Zupfinstrumente wie Harfen und Gitarren.

Die Geigenbauer begleiten ihre kostbaren Instrumente von der Holzauswahl bis zum Verkauf. Viele lassen sich gern bei der Arbeit über die Schulter sehen. Betrachtet man zum Beispiel die Werkzeuge, so hat sich der Geigenbau in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen kaum verändert. Die Instrumente aus Cremona haben nach wie vor einen sehr guten Ruf und werden bis nach Japan verkauft. Eine jährliche Messe für Streichinstrumente präsentiert die neuesten Meisterwerke.
Die Aura der legendären Geigen von Stradivari und Guarneri allerdings bleibt unerreicht. Trotz genauester Untersuchungen und Nachbauversuche bewahren sie ihr Geheimnis. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob es an der kleinen Eiszeit liegt, die das Holz für Stradivari in ganz besonders langsamer Weise wachsen ließ oder ob die Wasserzusammensetzung der Lagune von Venedig ausschlaggebend war: Die historischen Geigen sind Legende.

Unerreichbare Kunstwerke

Schwer zu sagen, was den Klangreiz der alten Instrumente letzen Endes ausmacht. Jedenfalls werden die wenigen erhaltenen Klangwunder bei Auktionen zu schwindelerregenden Summen verkauft und von den größten Interpreten - zum Teil leihweise - gespielt. Stammvater des Geigenbaus war Andrea Amati (1505-1577), der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Cremona eine Dynastie begründete, zu der auch sein Enkel Nicola Amati gehörte. Dieser hat auf der einen Seite die Arbeit seiner Vorfahren genial perfektioniert.

 


 Bilder-Galerie

Geigenbaustadt Cremona: Stradivari, Guarneri und mehr: Geigenstadt Cremona - Zauberhafte Altstadt mit alten und jungen Meistern.

 


Noch wichtiger aber war: Er hat als Lehrer bedeutende Schüler wie Andrea Guarneri, Großvater von Guarneri del Gesù (1698-1744) und Antonio Stradivari (1644-1737) ausgebildet. Paganini, der aufregendste Violinzauberer aller Zeiten, spielte eine Guarneri.

 Museo Stradivariano

Beim Gang durch die Altstadt von Cremona klingt es allerorten aus den Werkstätten. Wer aber die wertvollen alten Geigen sehen und erleben will, dem seien zwei Adressen empfohlen: Im Museo Civico Stradivariano (Städtisches Stradivari-Museum) werden Schritt für Schritt die Abläufe des Instrumentenbaus vorgestellt. Außerdem beherbergt das Museum stolze 700 Instrumente und der Besucher kann die Originalwerkzeuge von Stradivari bestaunen. Offenbar hat dieser Meister ja das Geheimnis seines Erfolges mit ins Grab genommen.
Die Neuartigkeit seiner Geigen lag neben dem lebhaften und facettenreichen Klang vor allem in der Tragfähigkeit, die auch größere Säle füllen konnte und nicht mehr nur für Kammermusik geeignet war.



 
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