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Die Maremma: Cowboys, Thermen, Trauminseln

ImageDie Zeiten der "Maremma amara", der bitteren Maremma sind vorbei. Von den Malaria-Sümpfen geht keine Gefahr mehr aus. Die Stechmücken halten sich in Grenzen, und die Malaria ist ausgerottet. Die Maremma umfasst den südlichen Teil der Toskana und erstreckt sich bis zum nördlichen Latium. Die größte Stadt ist Grosseto.

 

 

Naturparks und antike Spuren

Abseits der üblichen Routen empfangen den Gast antike etruskische, römische und mittelalterliche Spuren ebenso wie feierfreudige Bewohner mit lebendigem Brauchtum. Unberührte üppige Natur verlockt zum Wandern, Reiten, Tauchen, Radfahren. Hier ist jeder richtig, der nicht den ganz großen Trubel zum Ausspannen braucht. Eine ganze Reihe von Nationalparks bemüht sich, Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten. Früher mit die ärmsten Italiens, leben die Maremmani heute vorwiegend von Landwirtschaft und sanftem Tourismus. Das Zauberwort heißt Agriturismo, Urlaub auf dem Bauernhof. Immer noch fehlt die Art von Reichtum, wie man sie aus Florenz kennt. Fernab der großen Reiserouten kann der Toskanareisende sich von der ursprünglichen Atmosphäre gefangen nehmen lassen. Gute, bodenständige Küche mit allen Köstlichkeiten, die Meer und Land der Gegend hergeben, und hervorragende Weine runden das Angebot.

 

 

Einsame Strände und Trauminseln

Der lange Küstenstreifen hat Strände mit feinem Sand und felsigen, wilden Abschnitten. Man kann einsame Buchten finden und durch üppige Pinienwälder spazieren. Im Hinterland dominiert die typische Mittelmeervegetation mit Korkeichen und Macchia. Sanfte Hügel und weitläufige Sumpf- und Flusslandschaften erfreuen das Auge. Auch der höchste Berg der Toskana, der Monte Amiata, liegt in der Maremma. Besonders reizvoll sind neben den ursprünglichen Strandlandschaften die vorgelagerten Inseln, die durch die ständigen Schwankungen des Meeresspiegels entstanden sind. Giglio, Giannutri und Montecristo sind noch von Wasser umgeben. Der Monte Argentario war lange auch eine Insel, übrig ist heute aus dieser Zeit die malerische Lagune von Orbetello.

 

Isola del Giglio

Image Der Legende nach verlor Venus, als sie aus den Meereswellen stieg, sieben Juwelen von ihrem Diadem. Heute sind es sieben Inseln, die den toskanischen Archipel bilden. Die drei Maremma-Inseln zählen dazu. Die größte (und nach Elba zweitgrößte der ganzen Gruppe) ist mit 21 Quadratkilometern Giglio. Von Porto Santo Stefano verkehrt eine Fähre, die sogar Autos transportiert, zu der ehemaligen etruskischen Siedlung. Im 19. Jahrhundert diente sie als Strafkolonie. Heute gibt es drei Orte und märchenhafte Badebuchten.

Noch eine Legende: An den Faraglioni-Klippen - der berühmtesten Badestelle von Giglio - soll man nach Sonnenuntergang Stimmen hören. Dann melden sich Matrosen aus Genua, die im 13. Jahrhundert im Kampf untergegangen sind.

 

 

Giannutri

Das halbmondförmige Inselchen Giannutri ist nicht einmal drei Quadratkilometer groß. Das Naturreservat ohne Autos und Hotels kann auch mit der Fähre von Porto Santo Stefano besucht werden. Mit Stränden und Felsenlandschaften ist es besonders bei Tauchern beliebt. Nachdem im 10. Jahrhundert Mönche die Insel bevölkerten und sich im Mittelalter Piraten versteckten, kam im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts Gualtiero Adami. Zuerst als Mieter, dann als Besitzer der Insel lebte er mit seiner Nichte und Geliebten hier wie Robinson Crusoe. Nach seinem Tod wollte die Geliebte das Eiland nicht verlassen. Noch heute soll sie auf Giannutri spuken.

ImageMontecristo

Als eines der wenigen nahezu unberührten Paradiese, die es in Europa noch gibt, kann man Montecristo nur mit Führer und ausdrücklicher behördlicher Erlaubnis besuchen. Jedes Jahr sind höchstens 1.000 Gäste erlaubt. Boote dürfen sich der neun Quadratmeter großen Insel nur bis auf 500 Meter nähern. Als Grund wird der Schutz der seltenen Tier- und Pflanzenwelt angegeben, aber vielleicht gibt es wirklich einen ungehobenen Schatz? Schließlich wurde dieses Fleckchen Erde durch den Roman von Alexandre Dumas bekannt, der seinen "Graf von Monte Christo" mit Hilfe des Inselschatzes auf Rachezug schickt. Dumas hielt sich dabei an eine Geschichte, die ihm ein Kaufmann aus Livorno erzählt hatte. Auf Montecristo gibt es noch Reste eines Benediktinerklosters aus dem 7. Jahrhundert zu besuchen, wo auch Eremiten und Piraten Zuflucht fanden.


 
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