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Ferrara - Die Tragödie von Parisiana und Ugo
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Liebevoll und behutsam wurde das norditalienische Ferrara, Musterbeispiel einer Renaissance-Stadt, restauriert. Im 15. Jahrhundert war Ferrara Schauplatz der tragischen Liebesgeschichte zwischen Herzogin Parisiana und ihrem Stiefsohn, die ihr Ende auf dem Schafott fand.Ausbeutung ließ die Untertanen murrenDer von einem Wassergraben umgebene Burgpalast Castello Estense mitten im Zentrum lässt die einstige Bedeutung der norditalienischen Stadt Ferrara erahnen. Doch die Anlage diente nicht nur dem Schutz gegen Angreifer, sie sollte auch die wegen ihrer Ausbeutung murrenden Untertanen von den Herrschenden fernhalten. Heute arbeitet in dem Palast die Stadtverwaltung, und Besucher können sich im Tourismusbüro auch sonntags beraten lassen.Ferrara gehört seit 1995 zum Weltkulturerbe der Unesco. "Als einzigartiges Beispiel einer Renaissance-Stadt, die bis in unsere Tage einen starken Einfluss auf die Entwicklung der Städteplanung und -erhaltung ausübt", zitiert Massimo Marchesiello vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit aus der Begründung. Die Architekten verbanden hier behutsam Altes mit Modernem, rekonstruierten nach den schweren Kriegsschäden und ließen dabei der Stadt ihren Charakter. Historiker verfolgen Ferraras Geschichte bis ins 8. Jahrhundert zurück, als an einer Flussgabelung des Po eine Handelssiedlung entstand. Aus den Machtkämpfen ging Mitte des 13. Jahrhunderts die Familie d'Este als Sieger hervor, unter der die Stadt eine lange Blütezeit erlebte. Bedeutende Maler wie Giovanni Bellini und Tizian arbeiteten hier, der Astronom Nikolaus Kopernikus erhielt an der 1391 gegründeten Universität einen Doktortitel. Als die d'Este-Familie ohne einen rechtmäßigen, vom Papst akzeptierten Nachfolger blieb, fiel das Territorium 1598 an den Vatikan - bis zur Einheit Italiens 1860 nur unterbrochen durch die napoleonische Besetzung. Im Mai feiert Ferrara den PalioDer Castello Estense wurde 1385 als reine Festung errichtet. Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts entstand der Schlosscharakter. Im Keller, im ehemaligem Verließ, erzählt Fremdenführerin Ana-Luisa die rührend-tragische Liebesgeschichte von Ugo und Parisiana, der zweiten Frau des deutlich älteren und zügellosen Herzogs Niccolo III. aus dem Jahr 1425: "Sie verliebte sich in ihren Stiefsohn Ugo, beide waren erst 20 Jahre alt. Als der Ehemann die Liebenden in flagranti entdeckte, ließ er das Paar ins Gefängnis werfen und ungeachtet aller Bitten um Gnade enthaupten." In der oberen Etage blieb mit Hilfe von Restauratoren die Pracht vergangener Zeiten erhalten. Wandmalereien zeigen unter anderem Darstellungen der Spiele des alten Roms.
In der Nähe des Burgpalastes liegt das zweite architektonische Schmuckstück der Stadt: die dem Heiligen Georg (San Giorgio) geweihte Kathedrale im romanisch-gotischen Mixstil, mit deren Bau im Jahr 1135 begonnen wurde. "Hier traten 1438 die Kirchenfürsten zu ihrem Konzil zusammen, das Papst Eugen IV. schon ein Jahr darauf wegen der Pest nach Florenz verlegte", erzählt Stadtführer Signore Antonio.Die Lage Ferraras nahe der Adria-Küste ist für Besucher ideal. Parkplätze gibt es genug, und wer an seinem Auto ausländische Kennzeichen hat, darf es sogar an einem eigens reservierten Areal in unmittelbarer Nähe des Castellos abstellen. Bahnfahrer erreichen die Stadt von Bologna aus ohne Umsteigen in 30 Minuten. Fast ebenso lang dauert dann aber auch der Fußmarsch vom Bahnhof ins Zentrum. Ein Mal im Jahr brummt FerraraEin Mal im Jahr brummt Ferrara. Dann findet der Palio, der Umzug in Gewändern des 15. Jahrhunderts, statt. Am letzten Sonntag im Mai - bei Regen am ersten Sonntag im Juni - ziehen etwa 1100 Teilnehmer über die Piazza Ariostea. Sie erinnern an die triumphale Rückkehr des Landesherrn Borso d'Este 1471 aus Rom, wo ihm von Papst Paul II. der Titel eines Herzogs verliehen worden war.[gms] |

Liebevoll und behutsam wurde das norditalienische Ferrara, Musterbeispiel einer Renaissance-Stadt, restauriert. Im 15. Jahrhundert war Ferrara Schauplatz der tragischen Liebesgeschichte zwischen Herzogin Parisiana und ihrem Stiefsohn, die ihr Ende auf dem Schafott fand.
In der Nähe des Burgpalastes liegt das zweite architektonische Schmuckstück der Stadt: die dem Heiligen Georg (San Giorgio) geweihte Kathedrale im romanisch-gotischen Mixstil, mit deren Bau im Jahr 1135 begonnen wurde. "Hier traten 1438 die Kirchenfürsten zu ihrem Konzil zusammen, das Papst Eugen IV. schon ein Jahr darauf wegen der Pest nach Florenz verlegte", erzählt Stadtführer Signore Antonio.