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Frasassi - Unterirdische Kunstwerke
frasassiabisso3_150Unweit von Ancona in den Marken liegt eines der spektakulärsten Naturschauspiele Italiens: Die Höhlen von Frasassi zählen zu den weltgrößten Tropfsteinhöhlen. Die riesigen unterirdischen Hallen locken jedes Jahr Hunderttausende Hobby-Höhlenforscher an.

Bilder-Galerie: Höhlen von Frasassi



Dass hier in der Gegend um Genga im hügeligen Hinterland von Ancona irgendwas nicht stimmt mit dem Untergrund, wird schnell klar: Die ansonsten für die Marken typische, liebliche Hügellandschaft der Apenninen-Ausläufer wird zunehmend rauer und schroffer, und auf einmal führt der Weg durch tiefe Schluchten und Canyons, in denen die Flüsse zwischen Dutzende Meter hohen Felswänden dahinrauschen.

Höhlenforscher Leonardo

"Gola della Rosa" und "Gola di Frasassi" heißen die bekanntesten dieser Schluchten, in denen sich immer wieder auch Höhlen finden: Sie entstanden vor 1,4 Millionen Jahren, als das Wasser der Flüsse im durchlässigen Untergrund versickerte und dort nicht nur Schluchten, sondern auch unterirdische Hohlräume ausgewaschen hat. Eine wichtige Rolle spielten dabei die unterirdischen Schwefelquellen der Gegend. Als wäre das alleine noch nicht eindrucksvoll genug, ist just diese urwüchsige, zerklüftete Landschaft gespickt mit mittelalterlichen Burgen und uralten Abteien, die alleine schon spannend sind. Die Faszination für dieses Stück Marken ist ebenfalls uralt: Wie es heißt, erkundete hier einst schon Leonardo da Vinci eine Höhle namens "Grotta della Beata Vergine di Frasassi".


frasassi-interno70Bilder-Galerie

Frasassi: Spektakuläre unterirdische Fels- und Kalk-Formationen, riesige Höhlen und uralte Bauwerke



Atemberaubende Entdeckung

Die heute so berühmten Höhlen werden aber erst sehr viel später entdeckt. Es ist der 19. September 1971, als Rolando Silvestri aus Ancona bei einem Ausflug in der Schlucht von Frasassi eine seltsame Entdeckung macht: Durch eine Öffnung im Felsen weht ihm ein kräftiger, kühler Luftzug entgegen. Silvestri selbst geht aber noch nicht durch diese Öffnung, sondern erzählt befreundeten Höhlenforschern in Ancona von seiner Beobachtung.

Eine Woche später macht sich dann eine Gruppe junger Abenteurer aus Ancona auf den Weg und folgt Silvestris Hinweisen. Zunächst scheint kein Durchkommen zu sein: Zwar führen von der Öffnung aus lange Stollen mindestens 15 Meter in den Berg hinein – ab einem bestimmten Punkt sind sie aber alle verschüttet. Als die Höhlenforscher schließlich über sich doch einen kleinen Durchgang entdecken und hinauf steigen, entdecken sie dort unter anderem einen Schacht, von dem sie zunächst glauben, er wäre nur 18 Meter tief. Jemand wirft einen Stein hinein.



 
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