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Lago Maggiore – Glanz glorreicher Zeiten
lago_maggiore1Bevor die VIPs sich in Saint Tropez oder an der Costa Smeralda trafen, war der Lago Maggiore das Lieblingsziel gut betuchter Sommerfrischler. Mittlerweile ist es dort ruhiger geworden, dennoch verströmt der See nach wie vor den mondänen Charme der Belle Epoque.

Bilder-Galerie: Lago Maggiore


An den schönsten Orten der Welt tummeln sich die Schönen und Reichen und überall entdeckt man im türkisblauen Meer ihre schneeweißen Yachten, die von luxuriösen Partys, Champagner in Strömen und den schönsten Frauen der Welt erzählen. Was man heute die „Schönen und Reichen“ nennt, die uns jede Woche aus „Gala”,„Bunte” und Co. entgegen blicken, waren zu anderen Zeiten die „Reichen und Kultivierten“.

Refugium der Reichen und Mächtigen

Diese Menschen, die oft gesegnet waren mit der seltenen Kombination von Geld, Bildung und Geschmack, haben uns ein kostbares Erbe hinterlassen. Bestes Beispiel ist die Gegend rund um den Lago Maggiore mit seinen unvergleichlichen Palästen, Villen und raffiniert angelegten Parks. In der milden Luft des Sees verbrachten Mailänder Adelige und Kardinäle ihre Sommerfrische und zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen sich Großindustrielle, Renaissance-Fürsten repräsentative Villen und Gärten an den mediterranen Ufern errichten. Der Orient-Express, der ab 1906 in Stresa hielt, tat sein übriges, denn wer sich ein Ticket für den Luxus-Zug leisten konnte, wollte in der Regel auch am Lago Maggiore entsprechend untergebracht sein. Keine Frage, dass von da an die Hotels der Belle Epoque und Gourmet-Restaurants Hochkonjunktur hatten.

Immer öfters trafen sich hochrangige Politiker an den Ufern des Sees, um in der altehrwürdigen Umgebung historisch bedeutsame Verträge auszuhandeln. In Locarno, am Schweizer Ufer des Sees, unterschrieben 1925 zum Beispiel Italien, Deutschland, Frankreich, Polen, Großbritannien und Tschechoslowakei den Locarno-Pakt, der Deutschland den Eintritt in den Völkerbund ermöglichte und den territorialen Status quo sämtlicher Partner definierte. Für Geschichtsinteressierte lohnt sich deshalb in Locarno auf alle Fälle ein Besuch des "Museo Civico e archeologico" (Piazza Castello, Tel. 0041-91-7563170).



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Bilder-Galerie

Lago Maggiore: Alter Glanz und Adelsdomizile, traumhafte Gärten und spektakuläre Aussichten



Hemingways Hotel und Rilkes Inspiration

Etwas weiter südlich, im „Grand Hôtel des Iles Borromées” von Stresa, gaben sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts Hautevolee und Adel die goldenen Türklinken in die Hand. Auch der für seine Genussfreudigkeit bekannte Schriftsteller Ernest Hemingway wollte sich die traumhafte Umgebung nicht entgehen lassen und belegte die größte Suite gleich als Dauergast. Wer auf den Spuren von James Joyce, Cosima Wagner und Rainer Maria Rilke wandeln möchte, sollte einen Spaziergang durch den prächtigen Park der Brissago-Insel „Isola San Pancrazio“ machen.

Zumindest zu einem Liebes-Gedicht sollte die ehemalige Privatinsel der Baronin Antonietta de Saint-Léger inspirieren. Die Mailänder Adeligen, die Fürsten und Kardinäle sind längst verschwunden und auch die hochkarätigen deutschen Politiker. Geblieben sind ihre herrlichen Gebäude, Parks, und Kunstsammlungen.



 
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