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Kirchen in Rom: Von lauten Pilgern und Stunden der Stille
romkirchen1Rom hat das Colosseum. Rom hat die Spanische Treppe. Rom hat aber vor allem viele Kirchen. Schöne Kirchen. Sehenswerte Kirchen. Machen wir uns auf den Weg:

Bildergalerie: Kirchen in Rom

Der Wachmann klatscht dreimal in die Hände, sein Kollege legt den Zeigefinger senkrecht auf die Lippen und gibt einen langen Zischlaut von sich.

Fast wie in einem Ameisenhaufen

"Silencio, per favore", bitten die beiden Männer um Ruhe. Das Gemurmel in der Sixtinischen Kapelle ebbt für einen Moment ab - doch schon nach ein paar Sekunden ist der Lärmpegel wieder so hoch wie zuvor. Wer in der bekanntesten Kapelle im Vatikan in Rom nach Ruhe und Besinnung sucht, sieht sich fast immer mit Hundertschaften anderer Urlauber konfrontiert. Am Ort der Papstwahlen mit Michelangelos "Jüngstem Gericht" an der Altarwand herrscht ein ständiges Kommen und Gehen - fast wie in einem Ameisenhaufen.

Die Kunstschätze in der "Cappella Sistina" sind eindrucksvoll. Wer in dem Besuch mehr sieht als das Abhaken eines Ortes im "Baedeker", muss jedoch das Gewusel und Sprachengewirr der Reisegruppen ignorieren lernen. Nebenan im Petersdom, der weltweit größten christlichen Kirche, sieht es kaum anders aus. Auch dort lässt das Sightseeing der Spiritualität keine Chance. Ordner müssen dafür sorgen, dass unbedarfte Touristen nicht während der Messfeiern in den Seitenkapellen fotografieren, sobald der Priester die Hostie zur Wandlung in die Höhe hält.

Die Qual der Wahl - rund 600 Kirchen in Rom
Doch zum Glück bietet Rom insgesamt gut 600 Kirchen - und in vielen geht es viel beschaulicher zu. Neben dem Petersdom sind Santa Maria Maggiore und San Giovanni in Laterano beliebte Adressen für Touristen, die nicht nur die Ruinen der alten Römer, Einkaufsmeilen wie die Via Veneto und das abendlichen Ausgehvergnügen im Viertel Trastevere im Sinn haben. Pilger zieht es sowieso in viele Gotteshäuser, doch auch andere Rom-Touristen sind gut beraten, nicht nur die bekannten Kirchen zu besuchen.


romkirchen5Bildergalerie

Schöne und sehenswerte Kirchen in Rom.





Zum Beispiel San Carlo ai Catinari, eine kleine Kirche nahe des Marktplatzes Campo de' Fiori: Die barocke Pracht an den Wänden und im Gewölbe nehmen Besucher oft ganz für sich alleine wahr.

Etwas weiter östlich baut sich die deutlich bekanntere Chiesa del Gesù mit ihrer imposanten Fassade vor dem Besucher auf.

Auch das Innere der weltweit ersten Jesuitenkirche bringt den Eintretenden zum Staunen - so viel Gold, so viel filigrane Arbeit an den Kunstwerken. In der Gegenreformation im 16. Jahrhundert, als die Chiesa del Gesù gebaut wurde, war dieser Effekt beabsichtigt: Die pure Pracht sollte die Gläubigen beeindrucken.

romkirchen2 Gleich neben der Jesuitenkirche steht ein unscheinbares, von den Abgasen der Autos und Motorroller dunkelgrau gewordenes Gebäude: das Jesuitenkolleg. Hier können die Wohnräume des Ignatius von Loyola besichtigt werden, der den Orden im Jahr 1534 gegründet hat. Kein Schild neben der Tür weist auf die Attraktion hin.

Auch hier wandelt der Besucher daher oft alleine durch die langen Gänge und über mehrere Treppen, um den Raum zu erreichen, in dem Loyola am 31. Juli 1556 starb. Die Ausstellungsstücke erklären den Lebensweg des Spaniers und den Alltag in Rom im 16. Jahrhundert.

Zu sehen sind unter anderem Pantoffeln des Ordensgründers und Briefe des später Heiliggesprochenen, die in Glasvitrinen ausgestellt werden.

Eher unscheinbar ist auch die romanische Basilika San Clemente östlich des Kolosseums an der Straße zum Lateran. Vor allem der Fußboden und das Mosaik in der Apsis aus dem 12. Jahrhundert gelten mit Recht als sehr sehenswert.




 
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