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Lago d'Orta: Sagenumwobener Geheimtipp
1031902651Seen in Italien müssen nicht Gardasee oder Lago Maggiore heißen: Wahre Kenner weichen auf feine, kleine See-Geschwister aus, die Ruhe abseits vom Trubel versprechen. Der Lago d'Orta ist so ein Geheimtipp unter den Seen: traumhaft gelegen in einer sagenhaften Landschaft.

Bilder-Galerie: Lago d'Orta


Er gilt als der kleine Bruder des Lago Maggiore, denn beide Seen trennt nur eine hohe Hügelkette. Der Lago d’Orta liegt westlich inmitten von Wiesen und Wäldern. Schon der französische Dichter Balzac schwärmte von einer „graue(n) Perle im grünen Schrein“.

Kleines, feines Juwel

Die sanfte Ostküste steigt allmählich zum prächtigen Mottarone-Höhenzug an, der mit seinen 1.491 Metern Höhe die Grenze zum Lago Maggiore bildet. Das Westufer ist wesentlich rauer und steiler. Hier beginnen bereits die Ausläufer des Monte-Rosa-Massivs, das mit 4.633 das zweithöchste Felsmassiv der Alpen ist. Auch wenn der Lago d’Orta einer der kleinen Seen Norditaliens ist, so gilt er doch als der romantischste und ist zumindest in Deutschland ein Geheimtipp. Dabei bietet das beschauliche piemontesische Gewässer alle Reize der großen „Brüder“: Südländisches Flair mit mildem und niederschlagsarmem Klima, eine reizvolle Natur, die Wasser und Berge bereithält, und dazu noch eine geschichtsgesättigte Kulturlandschaft für intellektuelle Abstecher.

In der Antike war der Ortasee unter dem Namen „Cusio“ bekannt. Die Region ist schon seit Jahrtausenden besiedelt: Als erste feste Bewohner gelten Gallier und Kelten. Dann wurde das Gebiet von Rom erobert und im 4. Jahrhundert das Christentum eingeführt: Ein entscheidender Schritt für den Fortgang der Geschichte.


1031902631Bilder-Galerie

Geheimtipp unter den oberitalienischen Seen: Der Lago d'Orta und seine Umgebung



Wo Schlangen und Drachen hausten

Das griechische Brüderpaar Julius und Julian aus Ägina zog – vom Glauben entflammt – zerstörend durch die Lande. Mit dem Einverständnis Kaiser Theodosius‘ wurden die heidnischen Tempel geschleift und an ihrer Stelle Kirchen gebaut. Nachdem die Brüder 99 davon errichtet hatten, machte sich Julius allein auf den Weg. Für die hundertste Kirche hatte er einen ganz besonderen Platz im Auge: die bis dahin unbesiedelte kleine Insel mitten im Ortasee. Angeblich war sie aber bevölkert von sagenhaften, gefährlichen Drachen und giftigen Schlangen.

Natürlich hat der gläubige griechische Held alles Getier vertrieben und an diesem exponierten Ort sein Werk vollendet. Natürlich hat der gläubige griechische Held alles Getier vertrieben und an diesem exponierten Ort sein Werk vollendet. An der Stelle seiner hundertsten Kirche erhebt sich heute die Basilika San Giulio, die seinen Namen trägt. Der Begründer hat 392 seine letzte Ruhe in dem Gemäuer gefunden. 773 gingen Küstenstreifen und Insel in die Herrschaft der Bischöfe von Novara über – und blieben es gut 1.000 Jahre lang.


 
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