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Sardiniens Wilder Westen
1138506951Sardiniens wahre Traumstrände liegen nicht im überteuerten Promi-Ghetto Costa Smeralda. Weitab von der künstlichen Welt der VIP-Residenzen weht ein Hauch von Wildem Westen an einsamen Buchten, zwischen endlosen Dünenlandschaften und tiefen Schluchten.

Bildergalerie: Costa Verde und Iglesiente

Das Abenteuer beginnt in Iglesias. Das alte Bergbaustädtchen ist trotz Niedergang der Industrie ein wichtiges, lebendiges Zentrum mit ganz eigenem Charme geblieben. Iglesias ist auch eine gute Anlaufstelle für den ersten Kontakt mit der langen Bergbauvergangenheit: Im Museo dell'Arte Mineraria und dem Museo Mineralogico e Paleontologia Sardo kann man sich über die lange Bergbautradition der Stadt informieren.

Antikes Eldorado

Die Berge des Sulcis und Iglesiente sind wertvoll. Schon die Phönizier haben hier Silber, Kupfer, Blei, Zink und Eisen abgebaut. Wir lassen aber die alten Stollen erst mal links liegen und fahren Richtung Fluminimaggiore. Dort, so sagt man, sind noch echte Strandparadiese zu finden. Durch tiefe Schluchten schlängelt sich die Staatsstraße Occidentale Sarda in engen Kurven zwischen hohen Bergen hindurch. Immer wieder geht es an Radfahrern vorbei, die bergauf mächtig zu strampeln haben. Und immer wieder ziehen Motorradfahrer vorbei, die sich auf ihren zwei Rädern wesentlich leichter tun. Als Autofahrer verändert sich da die Gesichtsfarbe schnell ins Grünliche – auch vor Neid.

Nach gefühlten 267 Kurven reicht es. Ein Wegweiser verspricht Linderung: Rechts geht's zum Tempel von Antas, eine der wichtigsten antiken Sehenswürdigkeiten Sardiniens. Auf den ersten Blick will das Bauwerk aus dem 3. Jahrhundert so gar nicht in die steppenartige Ebene passen.


1138506921Bildergalerie

Costa Verde und Iglesiente: Wilde Strände, alte Tempel, rostige Bergewerksanlagen und meterhohe Dünen.


Ungewöhnliche Tempel und Höhlen

Der Tempel ist so schnörkellos wie die Landschaft ringsum und keinesfalls besonders groß. Interessant ist aber sein Geschichte: Als Fundament des Gebäudes nutzten die Römer Reste eines punischen Heiligtums aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert, schon vor den Karthagern hatte Sardiniens Urbevölkerung hier religiöse Rituale abgehalten. Daher ist er auch nicht wie andere Tempel nach Osten ausgerichtet, sondern nach Nordwesten.
Nur wenige Kilometer nach der Abzweigung zum Tempel lohnt sich ein weiterer Abstecher von der Hauptstraße.

Die Grotta di Su Mannau ist eine der spektakulärsten Tropfsteinhöhlen Sardiniens. Bislang ist nur ein kleiner Teil erschlossen, das gesamte Höhlensystem ist insgesamt mehrere Kilometer lang. Neben unzähligen Stalaktiten, Stalagmiten und anderen bizarren Felsformationen finden sich dort auch noch seltene Urtiere, die es sonst nirgends gibt.



 
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