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Spitzen-Küsten am Stiefel-Absatz
849882741Vor wenigen Jahren verirrten sich deutsche Touristen nur selten ins süditalienische Apulien. Dabei gelten die langen Strände in Italiens östlichster Region mit als die schönsten des Landes. Und auch das Hinterland der Traumküsten lockt mit Attraktionen.

Bilder-Galerie: Eindrücke aus Apulien

Apulien ist die langgezogene Region zwischen Stiefelabsatz und Sporn. Mit insgesamt 800 Kilometern Küste bietet sie die längsten Strände Italiens. Das milde Klima mit 300 Sonnentagen pro Jahr macht den Süden inzwischen auch für Urlauber aus dem Ausland zum Hit. Ein Muss sind vor allem die beiden Halbinseln Salento und Gargano, die Absatz und Sporn des italienischen Stiefels bilden.

Atemberaubende Naturschönheiten

Die Küste Apuliens wird vom adriatischen und ionischen Meer umspült. Es gibt feine Sandstrände und herrlich einsame Buchten inmitten grandioser Felsformationen. Insbesondere die gebirgige Halbinsel Gargano im Norden ist von bizarren Klippen und Grotten gesäumt, die man am besten vom Boot aus erkundet. Schon griechische Heldensagen erzählen von den vorgelagerten Tremiti-Inseln San Domino, San Nicola und La Vecchia. Sowohl der Gargano als auch die Küste des weitflächigen Salento im Süden sind ideal für Sonnenanbeter und Wassersportler. Der Stiefelabsatz ist zudem ein beliebter Treff für Golfer.

Da Apuliens Landschaft insgesamt vorwiegend flach ist, eignet sich die Region bestens zum Fahrradfahren. So weit das Auge reicht, wachsen Jahrhunderte alte Olivenhaine und Rebstöcke für gehaltvolle Rotweine, dazwischen liegen fruchtbare grüne Ebenen, weite Kornfelder, sanfte Hügel. Ab und an taucht ein vereinzelter Bauernhof auf oder ein kleines verträumtes Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Reiches Erbe

Abwechslungsreich wie die Natur ist auch die Geschichte Apuliens. Eine der Hauptattraktionen ist das Castel de Monte. Die achteckige Festung wurde vom deutschen Kaiser Friedrich II. (1215-1250) errichtet, der den Süden Italiens zu seiner Wahlheimat erklärte. Weitere geschichtsträchtige Städte sind über ganz Apulien verteilt. Allein im Salento sind 20 Renaissance-Schlösser zu besichtigen.


849882721Bilder-Galerie

Olivenhaine, Burgen, Strände, Trulli und Heilige - Eindrücke aus Apulien und weitere Infos.



Von der Jahrtausende alten Vergangenheit erzählt die Hauptstadt Bari, die einst zur Magna Graecia gehörte. Als Barockjuwel gilt Lecce mit seinen prächtigen Palästen. Überall sind romanische Kathedralen erhalten. Direkt am Meer in Trani liegt die schönste, die Kathedrale San Nicola. In die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurden zudem 1996 die einzigartigen Trulli. Dabei handelt es sich um einfache Rundbauten mit Kegeldächern, die vor allem in der Gegend im Alberobello im Itria-Tal armen Bauern als Haus dienten und heute teilweise zu Ferienunterkünften ausgebaut wurden.

Zeugnisse zahlreicher Herrscher

Verschiedene Herrscher kamen und gingen in diesem Landstrich: So war Apulien vor 2.500 Jahren zunächst griechisch, dann wurde es Teil des Römischen Weltreichs, anschließend gehörte es zu Byzanz, wurde von Arabern erobert, dann kamen Normannen, Staufer und Bourbonen. Seit 1861 gehört die Region nun zu Italien. Dieser unentwegte Wechsel von Herrschern verschiedenster Kulturen hat seine Spuren vor allem in der Architektur und Kultur hinterlassen. Bis heute gibt es in hier ganze Dörfer, die noch albanisch und griechisch sprechen.

849882701Das Wunder von San Giovanni Rotondo

In Apulien lebte auch Padre Pio, einer der populärsten Heiligen Süditaliens. Der katholische Mönch und Priester wurde 1918 durch seine Wundmale und angebliche Wunder berühmt. Obwohl die Kirche offiziell dem Padre-Pio-Kult skeptisch gegenüber stand, kamen schon zu seinen Lebzeiten unzählige Pilger nach San Giovanni Rotondo in die Provinz Foggia zu seinen Gottesdiensten und suchten ihn als Beichtvater auf. Als Padre Pio 1968 starb, nahmen mehr als 100.000 Menschen an seiner Beerdigung teil. Und bei seiner Seligsprechung im Jahr 1999 reichte nicht mal der Petersplatz in Rom für alle Gläubigen, die der Zeremonie beiwohnen wollten. Heute gilt die neue Großkirche neben dem Grab von Padre Pio als einer der wichtigsten italienischen Wallfahrtsorte.


[Laudatio/Leadsatz - Fotos: Fototeca ENIT/Arcomano]



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