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Toskana: Europas Stammland
toskana_234_agenzia-turismNeue Studien der kalifornischen Stanford-Universität zeichnen exakt die Stationen der Besiedelung der Welt nach. Dabei helfen genetische Daten, die das sogenannte Human Genome Diversity Project gesammelt hatte. Mit ihrer Hilfe haben die Forscher um Luigi Cavalli-Sforza eine Art weltweiten Stammbaum konstruiert, der die Verteilung der Ethnien heute und ihre Ausgangspunkte nachzeichnet.

Schwarze Seele

Eine aktuell in der Zeitschrift „Sience“ veröffentlichte Studie untermauert ebenso wie eine neue Auswertung des Fachjournals „Nature“ die „Out-of Africa“- These. Demnach ging die Entwicklung des modernen Menschen von Afrika aus. Viele Forscher bearbeiten dieses Thema. Auch Wissenschaftler vom Human Genographic Project wollen anhand von 100.000 Blutproben der Ureinwohner aller Kontinente die Wanderungsgeschichte über die Welt genauer nachvollziehen. Es bleibt aber fraglich, ob sie wegen des Widerstands einiger ethnischer Gruppen Zugang zu allen notwendigen Daten bekommen werden.

Verzweigung

Die Forscher können rekonstruieren, wie im Osten Afrikas vor 70 bis 100.000 Jahren der moderne Mensch entstanden ist und allmählich die Welt erobert hat. Es ist erkennbar, dass sich immer wieder kleinere Gruppen vom Hauptstrom getrennt haben und weitergezogen sind. Im Erbgut dieser Wenigen waren dann nicht mehr alle Gen-Varianten der Gesamtgruppe enthalten. So wurde die genetische Variation innerhalb der Volksgruppen immer kleiner, je weiter sie sich von Äthiopien, wo die Wissenschaftler die Keimzelle der Menschheit vermuten, entfernten.

Verbreitung

Nach dem Stammbaum des kalifornischen Forscherteams lässt sich die Menschheitsgeschichte anhand der immer neuen Abspaltungen von Menschengruppen rückblickend aufrollen. Insgesamt haben die Wissenschaftler 650.000 genetische Abschnitte gespeichert. Es wurden Erbgut-Sequenzen von etwa 1.000 Personen verglichen. Dabei wurden von den Computern 51 ethnische Gruppen ermittelt und eingeordnet. Man ist sich bewusst, dass die weltweit vorhandenen Ethnien nicht vollständig erfasst sind, weil einige Naturvölker aus Sorge vor Missbrauch ihrer DNS eine Teilnahme verweigert hatten.

Nicht zu entwirren

Andere Leerstellen ergeben sich aus der vielfältigen Vermischung des Erbgutes einzelner Völker, die die eindeutige Herkunftsbestimmung unmöglich machen. So fehlen in der Aufstellung nicht nur die Deutschen, sondern auch die Briten. Dessen ungeachtet hat die Studie genauere Rückschlüsse über die Besiedelung Europas offengelegt. Hier kommt die Toskana als europäisches Ursprungsgebiet ins Gespräch. Eine Teil-Gruppe spaltete sich in dieser Gegend ab, wurde sesshaft. Andere italienische Ethnien entwickelten sich später daraus, danach trennten sich die heutigen Basken von den Franzosen…

Fazit

Trotz der Lücken in ihren Forschungen vertrauen die Wissenschaftler auf die Richtigkeit der Ergebnisse. Ihre Überzeugung: Die wesentlichen Aussagen über die menschliche Entwicklungsgeschichte stehen fest und würden sich auch bei größerer Datenmenge nicht ändern.

[bgu/Leadsatz - Fotos: ENIT/ Agenzia turismo Chianciano Terme; Fototeca ENIT]


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