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Exotisches in Italiens Kochtöpfen

84124334.jpg Die italienische Küche gilt zu Recht als Mutter der europäischen Kochkunst. Trotzdem ist sie so vielgestaltig wie das Land mit schroffen Gebirgen, sanftem Hügelland und Küste zwischen Kargheit und verschwenderischer Fülle. Doch vieles, was heute als "typisch italienisch" gilt, kommt aus ganz anderen Gegenden - zum Beispiel dem Orient oder Südostasien.

Sizilien war seit dem 9. Jahrhundert durch die Araber kolonisiert, und ihre Spuren sind in der Architektur ebenso erhalten wie in den Speisen. Besonders die "dolci" (Süßspeisen) verraten die orientalischen Wurzeln. Vermutlich führten die Araber auch getrocknete Teigwaren ein, die durch ihre lange Haltbarkeit eine Hauptspeise des Nomadenvolkes waren. Später wurden daraus die Nudeln, die über Neapel und Genua die Welt eroberten - so zumindest lautet eine Theorie über den Ursprung von Spaghetti und Co.

Weltreisende als Boten fremder Esskultur

Nach einer anderen Theorie wurden die Nudeln mehr oder minder direkt aus China nach Italien importiert - durch Marco Polo, den Weltreisenden aus Venedig, der mit seinen damals unglaublichen Geschichten aus Fernost schon zu Lebzeiten berühmt war. Durch seine Schilderungen von fremder Esskultur brachte er auch viele Akzente in die heimische Küche ein, die begierig aufgegriffen wurden. Auf die exotischen Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Zimt, Muskat, Kardamom und Gewürznelken gründete sich der venezianische Reichtum. Und die wohlhabenden Bürger, der römische Klerus und der Adel konnten sich diese fremdartigen Spezereien und eine weltoffene teure Hofhaltung leisten. Mit der Entdeckung Amerikas kamen dann Mais und Kartoffeln nach Italien, außerdem Tomaten und Paprika, die allmählich heimisch wurden. Auch Kakao und Vanille verdanken die Italiener Kolumbus.

Gelage mit Breitenwirkung

Die luxuriösen Bankette der italienischen Renaissance sind sprichwörtlich. Bei den unglaublichen Schwelgereien waren Zucker und Zimt, Pinienkerne und Rosinen, Gewürze in allen denkbaren Kombinationen, Mischungen von süß und scharf oder süß und salzig gang und gäbe. Je teurer und seltener, desto besser. Vieles wurde an anderen europäischen Höfen begierig nachgeahmt. Oft lassen sich die fremden Spuren in den heutigen regionalen Köstlichkeiten gar nicht mehr ausmachen. Aber bei einigen Speisen sind die Ursprünge noch ablesbar. So kennt die italienische Küche zahlreiche arabisch inspirierte Gerichte wie die folgenden:



 
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