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Gelato. Eis. Das ist der Inbegriff von süßem Leben, Dolce Vita mit
frostigem Gaumen-Kick! Obwohl eigentlich importiert, ist Gefrorenes zum
Lecken, Lutschen und Genießen schon lange in Italien zu Hause. Die
Gelatieri aus den Dolomiten haben es in die weite Welt getragen.
Mit Rezepten: Granita und Vanilleeis
Viele Italiener sind absolut sicher: Gelato hat seinen Ursprung in Sizilien. Doch damit maßt sich der Lokalpatriotismus eine Erfindung an, die eigentlich nach China gehört. Denn die asiatische Hochkultur kannte schon vor 5.000 Jahren Gefrorenes aus Fruchtsäften, Gewürzen, Milch und Eis aus den Bergen.
Auf jeden Fall aber haben die frostigen Köstlichkeiten antike Wurzeln. Auch König Salomon, der sagenhafte Sänger Orpheus, Alexander der Große und Kaiser Nero standen auf Eis. Von Nero weiß man, dass er besonders flinke Sklaven auserkoren hatte, ihm Gletschereis aus den Alpen nach Rom zu bringen. In den Wintermonaten dienten auch die nahen Albaner Berge als Kälte-Lieferant. Schriften von Plinius d.Ä. belegen, dass man im ersten nachchristlichen Jahrhundert im Römischen Reich spezielle tiefe Keller nutzte, in denen Schnee und Natureis auch in der heißen Zeit gehalten werden konnten. Allerdings ging mit dem Niedergang des Reiches offenbar auch die Eis-Idee verloren.
Renaissance dank Marco Polo
Erst mit Marco Polo und seinen schillernden Reiseberichten kam die Leckerei zurück ins Bewusstsein. Der Venezianer berichtete Ende des 13. Jahrhunderts von wohlschmeckendem Gefrorenen, das er in China kennen gelernt hatte. Selbst "Eisdielen" soll es damals in Fernost schon gegeben haben. Und: Marco Polo hatte Rezepte mitgebracht. Seitdem ist das Gelato nicht mehr aus Italien verschwunden und hat sich von hier aus über die ganze Welt verbreitet. Besonders typisch ist Granita, eine Mischung aus Frucht und Wasser, die schon arabische Kreuzfahrer aus China mitgebracht hatten. So gelangte dieses "Scherbet" zuerst nach Sizilien. Bis heute gibt es auf der Insel überall Granita al limone, tatsächlich eine sizilianische Entwicklung aus Zitronensaft, Zucker und Wasser, die unter ständigen Rühren gefrostet wird.
Rezepte aus Italien für frische Abkühlungen an heißen Tagen: Granita al limone und Gelato di vaniglia
Hochwohlgeborene Fürsprecherinnen
Auch Katharina de Medici liebte ihre Granita. Als sie 1533 an den französischen Hof kam und Heinrich II. ehelichte, hatte sie auch ihren eigenen Gelatiere (Eismann) und seine Rezepte im Gepäck. Bei den Hochzeitsfeierlichkeiten soll es ein legendäres gefrorenes Frucht-Dessert gegeben haben. Tout Paris war hingerissen. Hier öffnete auch das erste italienische Eiscafé im Ausland: Ein Sizilianer und Koch des Sonnenkönigs Ludwig XIV. wagte diesen Schritt um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Mitte des 18. Jahrhunderts erwies sich die österreichische Kaiserin Maria Theresia als Wegbereiterin der kalten Leckerei. Sie beorderte venezianische Eismacher nach Wien, um ihrer höfischen Küche ein erfrischend-südliches Flair zu geben.
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