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Italienisches Brot

italo_brot_teaser_234Brot wurde schon bei den prunkvollen Renaissancegelagen der Medici zu jedem Gang gereicht. Der Legende nach soll Michelangelo, wenn er in seiner Werkstatt gearbeitet hat, den ganzen Tag nur Brot gegessen haben. Das Brot als eine der ältesten Speisen ist auf der ganzen Welt ein heiliges Nahrungsmittel. Es symbolisiert die Fruchtbarkeit der Erde und ist bis heute von Legenden und Traditionen umrankt.

Nach den Griechen gelten die Römer als die großen Backkünstler Europas. Schon unter Kaiser Augustus soll es im alten Rom dreihundert Backöfen und eine Reihe öffentlicher Mühlen gegeben haben. Nach dem antiken Historiker Plinius waren es mazedonische Gefangene, die die Römer des Altertums in die Kunst des Brotbackens eingeweiht haben.

Zu den Rezepten:

„Unser täglich Brot“

Die Grundzutaten sind immer dieselben: Mehl, Wasser, Hefe, Salz – mehr braucht ein gutes Pane nicht. Italien hat heute mehr als 35.000 Bäcker und 200 Brotsorten in etwa 1.500 unterschiedlichen Varianten. Nicht nur Pizza und Pasta, auch Ciabatta, Grissini und Co. haben längst den Weg über die Alpen geschafft und sind auch hierzulande in aller Munde.

Italienisches Brot ist so vielfältig und regional bestimmt, wie die Küchen des Landes. Hauptsächlich wird mit Weizenmehl gebacken. Die hellen Brotsorten machen den Löwenanteil aus. Nur im Norden und besonders im Vintschgau in Südtirol gibt es auch ein großes Roggenbrot-Angebot. Trotz einem nachweisbaren Vordringen der dunklen Sorten dominieren landesweit längliche oder runde Land-Weißbrote, Flachbrote wie Ciabatta oder Kleingebäck aus Weizenmehlteig wie vielgestaltige Brötchen und Grissini.

Mittelalter

Nach dem Niedergang des Römischen Reiches wurde im Mittelalter die Brotbackkunst vermutlich von den Galliern und Habsburgern wieder eingeführt. Seit dem 14. Jahrhundert gab es Zünfte von Bäckern und Müllern, die nach strengen Statuten arbeiteten. Es kam zu seltsamen Auswüchsen wie den um 1300 gebackenen, kleinen weißen Brötchen, „da Bocca“ (für den Mund), die nur den Zweck hatten, als Serviettenersatz zum Mundabwischen benutzt zu werden.

Andere Gepflogenheiten haben sich in Abwandlungen erhalten: So waren die Bäcker verpflichtet, auch den Henker mit Brot zu beliefern. Ihre Verachtung gegenüber dem Berufsstand brachten sie damit zum Ausdruck, dass sie die Laibe mit der Oberseite nach unten brachten. Noch heute gilt das verkehrt herum liegende Brot als Unglücksbote.


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Italienisches Brot: eine kleine Sortenkunde



Neuzeit

Seit dem 19. Jahrhundert wurden die Backöfen und der Mahlvorgang immer mehr perfektioniert. Es gab eine Reihe neuer Mehlsorten und die ersten Knetmaschinen kamen auf. Ein wichtiger Schritt war auch die Entlassung der Backkunst aus der Oberhoheit der Regierung. Damit wurde eine Konkurrenz unter den Bäckern möglich, die letztlich für bessere Brotqualität und geringere Preise sorgte. 1875 stellte eine Studie fest, dass Brot das Grundnahrungsmittel der Arbeiter war. Preiswert, sättigend, wohlschmeckend: Pane, das Brot, bildet – ob selbstgebacken oder gekauft - bis heute mit Pasta und Pizza die drei beliebtesten P in der Küche Italiens.

[Leadsatz/bgu - Foto: enit]



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