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| Kult-Aperitivo und Aperitivo-Kult |
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"Chi comincia bene è a metà dell'opera", wer gut beginnt, ist schon auf halbem Weg, sagt ein italienisches Sprichwort. Geht es darum, nach einem stressigen Arbeitstag den Abend würdig zu eröffnen, ist für die Italiener die Wahl des Aperitivo ausschlaggebend. Denn auch das prickelnde Getränk untersteht wie Kleidung, Handy und Auto dem strengen Diktat der Mode. Zur Zeit erobert ein Aperitivo die Szene, der dem guten, alten Campari zum Verwechseln ähnlich sieht, nur im Alkoholgehalt viel leichter ist: Aperol hat nur 11% Vol. und hat sich mit seinem bitter-fruchtigem Aroma nach und nach zum Lieblingsgetränk von Millionen jungen Italiener entwickelt. Seine orangerote Färbung beruht auf der Mischung aus Rhabarber, Enzian, Bitterorangen, Chinarinde und Kräutern - nach einem Originalrezept der Fratelli Barbieri. Sie hatten schon 1919 den ersten leichten Aperitivo auf den Markt gebracht - das galt damals als revolutionär! In den 1990er Jahren wurde der Aperol von der Firma Barbero 1891 vertrieben, doch seitdem Campari 2004 das historische Getränk gekauft und neu auf den Markt gebracht hat, ist sein Konsum unter jungen Italienern um 32% gestiegen.
Rund um den leichten Aperitiv haben sich mittlerweile eine ganze Menge Traditionen und Moden entwickelt: Man trinkt ihn pur, auf Eis oder mit Soda - Hauptsache gut gekühlt. Sehr beliebt sind auch die Cocktailkombinationen mit Prosecco, Gin, oder Wodka. Beliebte Aperol-Rezepte
Aperol Prosecco (bekannt auch als Sprizzetto): 4 cl Aperol, 6 cl Prosecco, Spritzer Soda, Orangenscheibe, Eis Wer es mit ganz wenig Alkohol mag, der kommt bei den folgenden beiden Kreationen auf seine Kosten:
Aperol Sour: 4 cl Aperol, 2 cl Zitronensaft, 1 cl Zuckersirup, Soda
Ausgefallene KreationenAuch bei den Digestiven sind interessante Neuigkeiten zu verzeichnen. Sicherlich mag einem eine Idee wie das Grappa-Spray auf den ersten Blick etwas seltsam vorkommen. Aber der Grappa-Zerstäuber hat seinen Reiz: So kann man das Distillat wie ein Parfum dezent versprühen, nicht nur auf den Espresso - wie man es vom caffè corretto kennt - sondern auch auf Zigarren, Austern, Shrimps, Risotti, Kuchen und Schokolade. Der Hauch von Grappa soll die Gerichte nämlich nur leicht aromatisieren, ohne ihren eigentlichen Geschmack zu verändern. Erfunden hat diese Art Grappa die Firma Alexander, die auch noch ähnlich innovationsfreudige Produkte im Programm hat: Zu den Neuheiten 2006 zählen beispielsweise Grappa-Limoncello sowie Liköre aus Gianduia (eine Turiner Schokoladen-Spezialität) und Fior di Latte (Rahm). Natürlich eignen sich auch diese Köstlichkeiten ganz vorzüglich als Basis für ausgefallene Cocktail-Rezepte:
Cocktail Laila: 3 cl Brandy, 3cl Fior di Latte, 2 cl Kakaocreme, 2 cl Espresso.
[F. Giudice] |

Der Aperitivo ist eine Institution in Italien: Dabei geht es nicht einfach nur darum, ein üppiges Mahl mit alkoholischen Getränken zu eröffnen. Der Aperitivo ist Ritual und Modeerscheinung zugleich. Seit einiger Zeit sorgt ein wieder entdeckter Klassiker für Furore: Der Aperol ist das neue Kult-Getränk. Doch schon schicken sich neue Kreationen an, die Szene-Bars zu erobern.