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Die Region um Mailand mit Alpenregionen und fruchtbarer Po-Ebene ist eine der wohlhabendsten italienischen Gegenden. Dazu trägt auch der Tourismus einen nicht unwesentlichen Teil bei: Schließlich gehören die gerade bei Deutschen beliebten Seen wie der Lago di Como, Teile des Lago Maggiore und der Lago di Garda auch zur Lombardei.
Trotz aller fremden Einflüsse und kulinarischer Unterschiede gibt es Gemeinsamkeiten. Man zieht Speck und Butter dem Olivenöl vor. Typisch bei den traditionellen Gerichten ist eine lange Kochzeit. Oft wird das Essen geschmort und gegart, das Braten und Grillen spielt keine große Rolle. Interessant die Vorliebe für Eintöpfe, Suppen, Brühen und andere Löffelspeisen, die in Italien sonst kaum große Beachtung finden. Risotto und Polenta waren lange viel wichtiger als Pasta.
Schafe, Käse & Kastanien - die alte Hirtenkultur der Sarden behauptet sich bis heute auf der Insel.
Die Polenta, ein cremiger Maisbrei, war lange Zeit so beliebt, dass die Süditaliener von ihren nördlichen Nachbarn auch als Polentoni sprachen. Die Zubereitung war damals zeitaufwendig, der Maisgrieß musste mindestens eine Stunde gegart und gerührt werden. Inzwischen gibt es vorgegarte Sorten. Das klassische Risotto, für dessen Zubereitung auch Geduld und ständiges Rühren notwendig sind, ist in der Mailänder Variante mit Safran gelb gefärbt. Eine der Entstehungslegenden besagt, dass so die Sitte der Reichen, ihr Risotto mit Blattgold aufzupeppen, nachgeahmt wurde.
Cucina Lombardei
Der Käse aus der Lombardei gehört zu den edelsten im Land. Viele Sorten werden nach strenger Tradition zubereitet. Z.B. wird der Bitto nur im Sommer aus der Milch frei weidender Kühe hergestellt, während der Crescenza, ein Salzlakenkäse, aus der Milch in den Stall zurückgekehrter Tiere entsteht. Berühmte Kuhkäse sind der Gorgonzola, Schimmelkäse aus der Gegend um Mailand, und Grana Padano. Mascarpone, rahmiger Frischkäse aus der Poebene, wird für herzhafte Gerichte ebenso verwendet wie für Süßspeisen.
Nicht immer lassen sich die Spuren fremder Kochsitten genau zurückverfolgen. Die Vorliebe für paniertes Fleisch haben die Lombarden vermutlich aus Österreich adoptiert. Bisher konnte man sich allerdings nicht darüber einigen, ob zuerst das Costoletta alla milanese oder das Wiener Schnitzel da war.
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