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Schafe, Käse & Kastanien - Kochen wie auf Sardinien
627224981Die alte Hirtenkultur der Sarden behauptet sich bis heute im Inselinneren, vor allem kulinarisch. Immer noch dünn besiedelt, soll es dort doppelt so viele Schafe wie Menschen geben. Die Küsten dagegen sind von Fischern bestimmt, die aus Katalanien, Pisa und Genua kamen. Beide konträren Lebensformen haben die Küche Sardiniens beeinflusst.

"Was vom Meer kommt, ist von Übel", war lange die gelebte Weisheit der Sarden. Immer wieder versuchten die unterschiedlichsten Eroberer, das grüne Herz des Mittelmeers zu erobern. Selten sind sie über die Küstenregion hinausgekommen. Die ursprünglichen Bewohner der Insel waren Schafhirten: Fischfang und Seefahrt interessierten sie nicht. Und die Insel existierte immer am Rande der italienischen Geschichte. Bis heute wird eine eigene Sprache gepflegt, die auch die typischen einfachen Gerichte benennt.

Auf Sardinien wachsen neben der immergrünen Macchia Stein-, Korkeichen und Kastanien. Es gibt viel Wild, und auch das Fleisch der meist freilaufenden Schweine, die sich von Kastanien ernähren, wird hoch geschätzt. Die Grundlagen der Küche sind schlicht: Milch, Pecorino und Fleisch, hinzu kommt Gemüse. Die Gerichte sind schlicht und kräftig, werden mit heimischen Kräutern gewürzt und meist in einem Topf zubereitet. Fleisch und Käse der Schaf- und Ziegenherden schmecken nach Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Wacholder, die den Tieren als Nahrung dient. Über das Meer kamen Gewürze wie Zimt, Muskatnuss und Safran dazu.



615722942La Cucina Siciliana

Die Mittelmeerinsel bietet die vielleicht einfallsreichste Küche ganz Italiens - mit Menüvorschlag.



Zwei Welten

Die ältere und charakteristischere sardische Küche aus dem Inselinneren ist eine "Küche der Erde", der Schafhüter und der Bauern, aromatisiert durch Gewürzkräuter und dem duftenden Holz der Feuerstellen. Die "Küche des Meeres" ist, wenn auch ebenfalls mehrere Jahrhunderte alt, deutlich jünger. Das reiche Meer um die Insel war den Sarden wenig vertraut, zumindest bis andere Völker kamen, Seefahrer und Matrosen, die sich dort ansiedelten. Alle hinterließen Spuren, auch in der Kochkultur. Ein Zeugnis davon ist die zum Beispiel die "Cassola", die spanische Fischsuppe.

 627225021Das Brot der Hirten

Was den Italienern die Pasta, ist den Sarden das traditionelle Hirtenbrot: Pane carasau, liebevoll "Carta da musica", Notenpapier, genannt. Die hauchdünnen, knusprigen Fladen wurden früher von den Hirten auf ihre Wanderungen mitgenommen und als Grundlage für Suppen verwendet. Zusammen mit Sugo und Ei wird daraus "pane frattau".

Sardischer Wein

Die Weine sind der deftigen Küche angepasst und sollten unbedingt einige Jahre gelagert werden. Der weiße Vernaccia di Oristano eignet sich bestens zu Fischgerichten, der rote, kräftige Monica di Sardegna passt zu würzig gebratenem Fleisch. Auch Dessertweine bietet die Insel.

 



 
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