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Barolo: Wein der Könige, König der Weine
barolo1Er ist Italiens wahrscheinlich angesehenster Edelwein und ein echter Exportschlager: Der Barolo aus dem Piemont ist ein ganz besonderer Tropfen. Unter Weinkennern ist der königliche Rote heute wie vor 200 Jahren unverzichtbar. Das Geheimnis seines Erfolges ist seine Herkunft.

Mit Rezept: Schmorbraten in Barolo

Jeder Weinliebhaber sollte ihn einmal probiert haben, den edlen, aromareichen Barolo. Dieser Wein ist ein "sanfter Riese", weich und zugleich unverwechselbar ausdrucksstark. Angebaut wird er in dem gleichnamigen Gebiet im Piemont, das inzwischen mit seinen hervorragenden Weinen Weltruhm und 1980 die DOCG-Qualitätsstufe erlangt hat. Dieser kräftige Rote ist ein typischer Festtagswein, ein markanter Begleiter zu großen Anlässen.

Kleines Anbaugebiet

Der Barolo-Wein kommt von den Langhe-Bergen, südwestlich von Alba. Neben dem 700-Seelen-Örtchen Barolo werden in insgesamt elf Gemeinden ca. 1300 ha mit den Trauben für den Barolo bebaut. Das ergibt jährlich nur etwa sechs Millionen Flaschen, was nicht viel ist, aber die Qualität sichert. Seit eh und je wird Wein im Piemont angebaut. Doch erst Mitte des 19. Jahrhunderts bemerkten einige Adelsfamilien aus Savoyen, dass der beste Nebbiolo - die Traube, aus dem der Barolo gemacht wird - in dem heute als Barolo-Zone bezeichneten Gebiet wächst. Keine Frage, dass sie sich sofort den Boden sicherten.

Schon im 18. Jahrhundert war der Barolo ein beliebter Wein in Europa. Damals fiel bereits auf, dass er sich aufgrund seiner großen Struktur und seines komplexen Profils für einen langen Ausbau eignet. Zwischendurch in Vergessenheit geraten, erlebte der Barolo in den 80er Jahren ein Comeback. Seitdem schwören Weinliebhaber aus aller Welt auf ihn.

Das Geheimnis des Nebels

Der Barolo wird zu 100 Prozent aus der Nebbiolo-Rebe hergestellt. Ihr Name erinnert nicht zufällig an das italienische Wort für Nebel, "nebbio": Die intensiv blauen, kleinen Trauben sind erst Ende Oktober reif für die Ernte - eben dann, wenn schon dichter Nebel durch die Täler der piemontesischen Hügel wabert.


barolo2Barolo-Rezept

Brasato piemontese al barolo: Schmorbraten in Barolo, ein deftiges Rezept mit dem König der Weine



Die Traube ist auch besonders anspruchsvoll. Sie verlangt nach mergeligen Böden, die viel Ton und Kalk enthalten, will in Süd- bis Südwestlagen angebaut werden und verträgt keine plötzlichen Temperaturschwankungen. Doch es ist eben diese von Jahrmillionen alten Meeressedimenten durchzogene Erde, die dem Wein Kraft und Raffinesse verleiht. Hinzu kommen strenge Anforderungen für den Ausbau: Die Mindestlagerzeit beträgt zwei Jahre im Fass und ein Jahr in der Flasche. Das Fass darf mittlerweile auch eine Barrique sein, traditionell wird aber slawonische Eiche verwendet, wie bei italienischen Weinen üblich.

Den Zusatz "Riserva" darf der Barolo nur tragen, wenn er 5 Jahre im Weinkeller geruht hat. Man kann den Barolo getrost noch weitere Jahre liegen lassen, er verliert dann zwar an Fruchtigkeit, wird aber edler.

barolo3Opulentes Aroma

Der Barolo ist ein tanninreicher Wein, warm, samtig, trocken und mit großem Körper. Seine Farbe reicht - je nach Reife - von granat- bis rubinrot mit orangefarbenen Reflexen, ähnlich wie der Vino Nobile di Montepulciano. Sein Bouquet ist vielfältig: Fruchtige Beeren-, Veilchen- und Rosenaromen sind häufig, aber auch Vanille, Zimt und grüner Pfeffer sind anzutreffen, im Nachgeschmack findet sich bisweilen sogar etwas Lakritz. Typisch ist auch sein recht hoher Mindest-Alkoholgehalt von 13 % Vol. Man genießt ihn bei Zimmertemperatur zwischen 18° und 20°C.

Seine opulenten und raffinierten Aromen entfalten sich etwas langsamer, daher braucht er Zeit zum Dekantieren. Aufgrund seiner Fülle eignet sich der Barolo als Begleiter zu kräftigen Fleischgerichten wie Schmorbraten, Wildfleisch und Wildgeflügel sowie zu harten und lang gereiften Käsesorten mit intensivem Geschmack.


 
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