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Der Edle unter den Großen: Vino Nobile di Montepulciano
834246121Kenner geraten schon beim Klang des Namens ins Schwärmen: Der Vino Nobile di Montepulciano ist einer der berühmtesten und besten Exportartikel Italiens. Und als ob das nicht alleine schon reichen würde, gedeiht dieser edle Tropfen auch noch in einer der schönsten Gegenden der Welt.


Bilder-Galerie: Montepulciano - Stadt des großen Vino Nobile


Dieser Wein ist zweifelsohne einer der herausragenden Weine Italiens: Der Vino Nobile di Montepulciano. Mühelos kann er mit anderen italienischen Spitzenweinen mithalten - und das auch noch, ohne das Portemonnaie zu sehr zu beanspruchen. Der Rotwein aus der Toskana erhielt - gemeinsam mit dem Brunello di Montalcino - im Jahre 1980 als erster die DOCG-Klassifikation ("denominazione di origine controllata e garantita" = kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung).

Besondere Lage

Angebaut wird er rund um das hübsche Städtchen Montepulciano und in einigen sandig-lehmigen Hügelgebieten an der Grenze des Val di Chiana. Hierfür wurden die Vorschriften kürzlich verschärft: Das Anbaugebiet ist strikt auf die Gemeinde Montepulciano begrenzt. Als beste Lagen gelten hier die Ortsteile Cervognano und Caggiole zwischen 350 und 500 m Höhe. Dieses Anbaugebiet unterscheidet sich wesentlich vom Chianti-Gebiet und selbst von der nur 30 km entfernten Brunello-Zone: Die Nähe zu Umbrien und die südlichste Lage machen die Sommer sehr warm und die Nächte milder als andernorts.

Hauptsächlich wird für den Vino Nobile die Rebsorte Prugnolo Gentile verwendet, ein Klon des Sangiovese Grosso, der Hauptrebsorte der Toskana. Diese Sorte muss mindestens 70% des Weines ausmachen, hinzugefügt werden können Canaiolo Nero, Trebbiano Toscano, Malvasia del Chianti und Mammolo.
Bei der Auslese kommen nur die besten Trauben ins Fass, so die Vorschrift - die übrigen werden zum weniger anspruchsvollen Rosso di Montepulciano oder zu Tafelweinen verarbeitet. Der Ausbau des Vino Nobile erfolgt zwei Jahre im Eichen- oder Kastanienfass, wobei er einen Alkoholgehalt von 12,5% Vol. erreichen muss. Nach mindestens drei Jahren Lagerung (davon die meiste Zeit im Fass und nur sechs Monate in der Flasche) und mit einem Alkoholgehalt von 13% Vol. darf er den Zusatz "Riserva" tragen.

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Bilder-Galerie

Impressionen aus Montepulciano: Feste, Fahnenwerfer, Palazzi, Wein und mehr.


 

834246071Montepulciano ist kein Montepulciano

Irritierenderweise gibt es noch andere Weine, die den Namen Montepulciano tragen. Doch nur Vino Nobile di Montepulciano oder Rosso di Montepulciano stammen aus dem berühmten Weinstädtchen in der Toskana. Wenn dagegen Montepulciano d'Abruzzo auf der Flasche steht, dann ist die in der Regel nicht nur günstiger, sondern stammt aus den Abruzzen. Seinen Namen hat dieser Wein von der Montepulciano-Rebe, die in den Abruzzen und Marken weit verbreitet ist. Pardox daran ist, dass diese Rebsorte in Montepulciano gar nicht angebaut wird.

Wein mit päpstlichem Segen

Der Vino Nobile ist ein Wein mit ausgesprochen langer Tradition. Sein Anbau geht auf das Jahr 1300 zurück und wurde bereits von Papst Paul III. anderen Weinen seines Landes vorgezogen. Der Kellermeister des Papstes lobte ihn als "vino perfectissimo", als den "vollkommenen Wein". Der Name "Vino Nobile" (edler Wein), kommt vermutlich aus der Zeit, als die Bauern die besten Trauben den adeligen Großgrundbesitzern abgeben mussten.

Geschmack und Genuss

Der Vino Nobile di Montepulciano ist von rubin- bis granatroter Farbe, die je nach Alter orangefarbene Reflexe aufweisen kann. Er hat ein charakteristisch-elegantes Veilchen-Bouquet und duftet mitunter nach reifen, schwarzen Beeren. Sein Geschmack ist trocken und leicht tanninhaltig, dabei rund und samtig. Typisch ist zudem sein langer Abgang mit leicht bitterer Note. Idealerweise dekantiert man den Wein ein bis zwei Stunden vorher und genießt ihn bei 18 bis 20 °C.
Er passt hervorragend zu Wildgerichten, aber auch zu Braten aus rotem sowie weißem Fleisch, zu Nudelgerichten mit Fleischsoßen und zu würzigem Käse. Als Begleitung ist er präsent, jedoch nicht dominant. Viele Liebhaber genießen ihn auch zu bitterer Schokolade oder einfach "solo".



 
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