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Der rassige Toskaner: Brunello
781297081Mit dem Brunello di Montalcino ist es wie mit interessanten Männern. Je älter sie werden, desto schöner und eleganter können sie sein. Das alleine wäre schon Grund genug, sich den eleganten und rassigen Italiener aus der Toskana einmal genauer anzusehen. Aber natürlich nicht der einzige. Denn der Brunello gilt als einer der absoluten Spitzenweine Italiens.

Für echte Genießer gibt es kaum ein schöneres Reiseziel als die Stadt Montalcino mit ihren herrlichen Kunstschätzen, den malerischen Landschaften und einem der bemerkenswertesten Rotweine der Welt: Dem Brunello di Montalcino. Der Wein wird ausschließlich aus der vor Ort als Brunello bezeichneten Sangiovese-Traube gekeltert. 1980 erhielt er als einer der ersten italienischen Qualitätsweine die kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung DOCG. Damals wie heute begeistert er seine Fans mit einem charakteristischen und intensiven Bukett, einem warmen, herben, tanninbetonten Geschmack und einer rubinroten, im Alter ins Granatrote tendierende Farbe. Mit steigendem Alter bekommt er eine Spur von Veilchen, Iris und Vanille.

Um in den Handel zu dürfen, muss der Brunello mindestens drei Jahre (beim Riserva sogar fünf Jahre) im Eichenfass hinter sich haben und zusätzlich zwei Jahre in der Flasche. Viele Weinbauern kritisieren diese gesetzliche Bestimmung, weil die lange Reifezeit nicht für jede Lage förderlich ist. Keine Probleme damit hatte der "Urvater" des Brunello, Ferruccio Biondi-Santi, der den Klon für die spezielle Unterart der Sangiovese-Traube auf seinem Gut "Il Greppo" erstmals isolierte. Die Familie Biondi-Santi hatte über Jahre hinweg praktisch ein Monopol auf den Brunello und noch heute gehört das Weingut zu den bekanntesten Kellereien Italiens. Bei Biondi-Santi verzichtet man größtenteils auf Hightech und besitzt nur die notwendigsten modernen Geräte.

Die Trauben, die für den hochdekorierten Brunello verwendet werden, sind handverlesen. Wer eine Weinreise nach Montalcino unternimmt, sollte das schöne Weingut unbedingt einmal besuchen und die meisterhaften Weine vor Ort verkosten. Weitere Infos und Öffnungszeiten auf der Webseite der Winzerfamilie: www.biondisanti.it .

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Die Heimat des Brunello, die etwa dem Gemeindegebiet von Montalcino entspricht, besitzt vorwiegend aus dem Eozän stammende sandige und lehmhaltige Böden. Ungefähr 200 Betriebe teilen sich eine Anbaufläche von 1.800 Hektar und kommen auf eine durchschnittliche Produktion von 5 Mio. Flaschen im Jahr. Im selben Anbaugebiet wird auch der berühmte Rosso di Montalcino hergestellt, der als DOC-Wein zwar ebenfalls hochwertig, aber wesentlich leichter, duftiger und vor allem preiswerter ist.

Um den guten Ruf des Brunello nicht zu gefährden, brachten die meisten Winzer bei schlechteren Jahrgängen überhaupt keinen Brunello auf den Markt, sondern verkauften ihre ganze Ernte als Rosso di Montalcino. Dies hatte zur Folge, dass in den Anfängen des Brunello nur die allerbesten Jahrgänge in die Flasche kamen. Heute können es sich die wenigsten Erzeuger erlauben, diesen Ehrenkodex unter den Winzern zu beherzigen. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen kommen nun auch mittelmäßig gute Ernten als Brunello in die Flasche.



 
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