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Klassiker der Künstler: Orvieto
932404391Der Orvieto ist eine Wein-Legende: Schon im Mittelalter ließen sich berühmte Maler für ihre Arbeiten in der Sixtinischen Kapelle mit dem Weißen aus Umbrien entlohnen, und ein Papst wollte später sogar mit Orvieto gewaschen werden. Der Mythos lebt bis heute: Der Orvieto Classico macht seinem Namen alle Ehre - er ist ein Klassiker, der in keinem Weißweinregal fehlen darf.


Goldgelb und süffig-süß musste er früher sein, der Orvieto. Heute wird er eher trocken ausgebaut, was seinem hervorragenden Ruf aber nichts anhaben kann. Geadelt war der Weißwein aus Umbrien spätestens, als Papst Gregor XVI. (1756-1846) per Testament anordnete, vor seiner Beisetzung zunächst mit Orvieto-Wein gewaschen zu werden.

Wein als Muse

Legendär war der Orvieto bereits im Mittelalter. So ist überliefert, dass sich die Maler Pinturicchio und Signorelli für ihre Fresken in der Sixtinischen Kapelle mit Wein aus Orvieto entlohnen ließen. Als man Signorelli anschließend fragte, ob er auch den Dom von Orvieto ausmalen würden, war er nur unter einer Bedingung einverstanden: Man sollte ihm und seinen Gehilfen in unbegrenzter Menge Orvieto-Wein zur Verfügung stellen. Der Deal klappte - und die Maler hatten es nicht besonders eilig, ihren Auftrag zu beenden: Die Fertigstellung dauerte ganze elf Jahre. Die heute weltberühmten Wandmalereien in Orvieto, die das jüngste Gericht darstellen, sollen allerdings schon damals selbst Michelangelo beeindruckt haben.
Der Orvieto wird seit alters her in der Nähe der gleichnamigen umbrischen Stadt angebaut. 1.480 Winzer zählt das DOC-geschützte Anbaugebiet, das insgesamt 2.853 Hektar in der Grenzregion zwischen Umbrien und Latium umfasst, genauer gesagt in den Provinzen Terni und Viterbo.

Höhlen und gute Tropfen

Die besten Lagen befinden sich am Corbara-See und zu beiden Seiten der Paglia. Dieser Orvieto-Classico-Bereich nimmt rund 1.500 Hektar ein und ist für den DOCG-Status beantragt.
Der Weinbau hat in dieser Gegend bereits eine Jahrtausende alte Tradition und geht auf die Etrusker zurück: Sie errichteten auf den Hügeln aus löchrigem Tuffgestein die Stadt Orvieto und machten sich die Fruchtbarkeit des vulkanischen Bodens zu Nutze. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Herbst bringt Nebel und eine besondere Edelfäule hervor.


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Noch heute lagern die Winzer von Orvieto ihre Weine in den unzähligen Höhlen unter der Stadt, deren Unterbau allerdings seit einigen Jahrzehnten einzustürzen droht. Nach anhaltenden Regenfällen sacken immer wieder große Teile Orvietos ab und müssen mit Beton und Eisennägeln abgestützt werden.



 
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