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Kaum hatte man entdeckt, dass man mit der schnell-wachsenden
Garganega-Traube schnelles Geld machen kann, sprangen unzählige Winzer
auf den Soave-Zug auf und setzen eine Massenproduktion in Gang, die
dank einer wenig anspruchsvollen Klientel bis heute anhält. Doch er die
Spreu vom Weizen zu trennen weiß, kann unglaubliche Gaumenfreuden
erleben.
Eigentlich ist der heutige Ruf des Soave keine Tragödie. Manchmal will
man doch genau das: einen erfrischenden Weißen, der nicht allzu viel
kostet und obendrein zur Schorle taugt. Und warum sollen nur
Spitzenweine verkauft werden? Trotzdem: Die elf Soave-Gemeinden aus dem
Veneto möchten das Image ihres Exportschlagers aufpolieren. So bemühen
sich nun einige Winzer mit ihrem "Classico Superiore", die
ursprüngliche Qualität des Soave wieder herzustellen. Mit Erfolg: Das
Niveau steigt langsam, aber stetig.
Ein guter Soave ist ein typischer Sommerwein, leicht und prickelnd, an der Nase weinig, mit charakteristischen, delikatem und intensivem Duft, im Geschmack herb und mit seiner leichten Mandelnote etwas bitter (dieselbe Note hat auch der Spumante). Er ist säurearm und besitzt ein sanftes, samtiges Aroma. Der Anteil der Garganega-Rebe beträgt mindestens 70 %, der Rest kommt vom Pinot Bianco und/oder dem Chardonnay. Sein Mindestalkoholgehalt beträgt 10,5 %, mit einem Prozent mehr darf er sich Superiore nennen. Eine Besonderheit ist der leicht süße Recioto die Soave, seine Trauben sind fast schon Rosinen, wenn sie gekeltert werden.
Man nennt ihn das "Herzblut der Toskana" - alles über Anbau, Einkauf und Charakter.
Wenn schon Soave, dann Classico!
Der Soave, der längst über den DOC-Status verfügt, ist ein sehr einfacher Wein, der aber im Laufe der Zeit zu einem echten Exportschlager geworden ist. Um der Nachfrage aus der ganzen Welt gerecht zu werden, wurde die ursprüngliche DOC-Zone um 5000 Hektar erweitert und der schon seit 1927 existierenden Classico-Zone angegliedert. Die enttäuschenden Soave-Weine aus dem Supermarkt stammen meist von den Winzergenossenschaften, die etwa 85 Prozent der Gesamtmenge erzeugen und nach riesigen Produktionsmengen bei niedrigen Preisen streben.
Ein Hauch von Holunder
Die besseren Weine mit der Bezeichnung Classico kommen aus dem Kernland rund um Soave und Monetforte d`Alpone. Auf einer relativ kleinen Fläche von 1500 Hektar sind die Erträge zwar niedrig, der Wein dafür konzentrierter und weitaus besser. Beim Kauf sollte man unbedingt auf diesen Zusatz achten, denn ein Soave Classico kann mit einer schönen Zitrusnote und einem Hauch von Kirsch- und Holunderblüte durchaus eine positive Überraschung sein.
Pieropan macht den Besten
Auf der Suche nach einem grandiosen Soave kommt man kaum an der Weinkellerei Pieropan vorbei. Die Kellerei, die es schon seit 1890 gibt, gehört der gleichnamigen Familie, deren Mitglieder man getrost als echte Weinfreaks bezeichnen kann. Der Gründer Dr. Leonildo Pieropan würde stolz sein auf seine Nachkommen und feststellen, dass diese sein Werk mit unglaublicher Hingabe weiterführen und den Soave-Anbau ständig perfektionieren.
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