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Sie waren schön, klug, sexy und besaßen alles, wovon eine Frau im
römischen Reich nur träumen konnte. Ihre Gier nach Macht war
beispiellos und nicht selten lenkten sie verdeckt die Geschicke des
Reiches, indem sie ihre Männer wie Marionetten tanzen ließen. Ihre
makellosen Erscheinungen zogen lange Blutspuren hinter sich her und
ihre Skrupellosigkeit kannte keine Grenzen: Römische Kaiserinnen, die
eines gemeinsam hatten: Sie waren Täter und Opfer zugleich.
Agrippina – die Kaiserinmutter
Der oberste Rang auf der Liste der mächtigsten Frauen Roms gebührt ohne Zweifel Agrippina, der Ehefrau des alternden Kaiser Claudius. Sie war eine Frau von beispielloser Raffinesse, Machtbewusstsein und Zielstrebigkeit. Ihr größtes Begehren war von Anfang an die Stellung als Mitregentin im Römischen Reich.
Zug um Zug verwirklichte sie diese Absicht, indem sie ihre Macht ständig ausbaute, bis man ihr schließlich dieselben Huldigungen zuteil werden ließ wie ihrem Gatten. Ihr politischer Aufstieg lässt sich gut an einem Beispiel fest machen.
Als erste Kaiserin gelang es ihr, zusammen mit Claudius auf den damaligen Münzen abgebildet zu werden. In der römischen Geschichte war dies bis dato etwas Undenkbares!
Agrippina gelang in vielen Dingen das Unmögliche. Mit List und Hartnäckigkeit bearbeitete sie den Kaiser so lange, bis dieser nicht seinen eigenen Sohn Britannicus, sondern ihren, mit in die Ehe gebrachten Sohn den Weg zum Prinzipat ebnete. Am 25.2.50 n. Chr. wurde Agrippinas Sohn, Lucius Domitius Ahenobarbus, von Claudius adoptiert und erhielt damit den im Geschlecht der Claudier häufig auftretenden Namen "Nero".
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Kaiserinnen Roms
Zum Lehrer für ihren zu heftigen Zornesausbrüchen neigenden Sohn erwählte die kluge Mutter den Philosophen Seneca, dessen Rückkehr aus der Verbannung sie zunächst erwirken musste und der mehrere Werke über die Gelassenheit verfasst hatte.
Von dem Stoiker erhoffte sich Agrippina, dass er ihren hochmütigen, egoistischen und labilen Sohn doch noch zu kaiserlicher Charaktergröße verhelfen würde.
Keine Frage, dass ihr Mann Claudius nach der Adoption des Nero im Grunde ausgedient hatte und für das künftige Vorhaben der Agrippina nur lästig werden konnte. Mit ungeheurer Skrupellosigkeit plante sie daher den Giftmord an ihrem Gatten. Während der erste Versuch nur schweren Durchfall zur Folge hatte, gelang der zweite Anschlag mit Hilfe des kaiserlichen Leibarztes.
Agrippinas größter Wunsch, über ihren Sohn an der Macht teilhaben zu können, endete in einer Tragödie. Nero, mittlerweile eine Marionette Senecas, tötete erst seinen Rivalen Britannicus und schließlich seine Mutter Agrippina, die ihm nicht nur das Leben, sondern auch die Krone zu Füßen gelegt hatte. Den Mord an seiner überdominanten Mutter konnte er nie ganz verwinden und so starb er schließlich verzweifelt und einsam von eigener Hand.
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