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Ettore Sottsass - Film-Denkmal zum 90. Geburtstag
1025842311 Sein Gesicht kennen wohl die wenigsten – seine Werke aber hat jeder schon gesehen: Entwürfe des italienischen Designers und Architekten Ettore Sottsass stehen in sämtlichen großen Designsammlungen der Welt. Jetzt bekommt er auch ein filmisches Denkmal.

Bilder-Galerie: Filmszenen "Der Sinn der Dinge"


Im September 2007 feiert Ettore Sottsass seinen 90. Geburtstag. Das ist beinahe unglaublich. Vor allem würde man nicht vermuten, dass ein älterer Herr wie er sich noch an einen knackblauen Schreibtisch setzt und sich auch sonst mit allerhand quietschbunten Alltagsgegenständen umgibt. Aber er muss wohl – immerhin ist Ettore Sottsass ihr Erfinder.

Kaffeekannen und Computer

Seine Design-Entwürfe sind mal rund und bunt, mal eckig und grau, immer aber überraschend – bis heute. Er erdachte Möbel, Schreibmaschinen, Kaffeekannen und Computer. Und einige dieser wunderbaren Sottsass-Sachen haben Geschichte gemacht. Darunter fallen zum Beispiel seine revolutionären Möbel wie der „Mickey-Maus-Tisch“ oder der „Gelbe Sekretärstuhl“ genau so wie seine vielen Entwürfe für Olivetti. Mehr als drei Jahrzehnte arbeitete Sottsass für den italienischen Computer- und Schreibmaschinenhersteller, blieb aber dabei immer selbstständiger Industriedesigner. In dieser Zeit entwarf er unter anderem die tragbare, legendäre Schreibmaschine „Valentine“ – ein Designklassiker, der heute in allen wichtigen Museen gezeigt wird, wie übrigens viele andere Olivetti-Geräte.

Sottsass begegnet uns heute zum Beispiel im Museum of Modern Art in New York, im Centre Georges Pompidou in Paris – und in vielen Küchen, denn er arbeitete auch für Alessi. Mit seinen innovativen Entwürfen wurde Sottsass schnell zu einem der einflussreichsten Designer überhaupt. Dabei spielte auch die Design-Gruppe „Memphis“ eine Rolle, die Sottsass 1981 mit jungen internationalen Designern gründete. Sie wurde zu einer Art Designer-Anvantgarde und gilt als Hauptvertreter der Postmoderne.


 Bilder-Galerie

Zuhause bei einem Design-Genie: Szenen aus dem Film „Ettore Sottsass – Der Sinn der Dinge“



Beruf in die Wiege gelegt

Wenngleich er für eine Reihe namhafter Firmen tätig war, interessierten ihn Marken nur wenig. Auf welche Marke er nicht mehr verzichten wolle, wurde er unlängst gefragt. „Auf gutes Essen“, antwortete Sottsass lapidar. Luxus heißt für den 89-Jährigen, mit nichts auszukommen. Von Geld wollte er nie etwas wissen und sein ganzes Leben nichts anderes sein als Architekt: „Eine Anekdote sagt, dass mein Vater, er war ebenfalls Architekt, mir gleich nach meiner Geburt einen Bleistift in die Hand gedrückt hat. Ich habe ihn nie wieder weggegeben.“ Ein Glück.

Schon 2002 hat der Schweizer Regisseur Heinz Bütli einen langen Dokumentarfilm über Sottsass produziert, der nun auch nach Deutschland kommt. Der Film soll eine Reise sein in diese Welt des Ettore Sottsass, eine Welt voller Innovation, Neugier und Unruhe. Gleichzeitig führt diese filmische Reise in die Sottsass-Welt um die halbe Welt, über Zürich, Mailand, die liparische Insel Filicudi, Venedig, Lanaken in Belgien und Ridgeway im US-Bundesstaat Colorado.

[Leadsatz/tig, XXL-News/Fausto Bimbi – Fotos: © Film Kino Text]



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