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Schreibmaschinen und Kultobjekte: Olivetti

1042833421Schreibmaschinen und Kultobjekte


Ganze Schriftstellergenerationen ließen sich von Olivetti-Schreibmaschinen inspirieren und selbst Italiens Mafiabosse tippen bisweilen ihre geheimen Botschaften auf Olivettis. Die Geschichte des Büromaschinen- herstellers aus Ivrea ist die Geschichte von unzähligen Design-Klassiker.

Bilder-Galerie: Design-Klassiker von Olivetti


Olivetti steht für Schreibmaschinen und Computer, steht aber auch für italienisches Design, für Avantgarde im Denken und Handeln. Gegründet wurde die Firma 1908 von Camillo Olivetti. Der Elektrotechniker hatte in den Vereinigten Staaten studiert und baute nach seiner Rückkehr die erste Schreibmaschine Italiens. 1911 wurde die M1 auf der Weltausstellung präsentiert und verkaufte sich fortan beinahe wie von selbst.

Alle Welt will Olivetti

Die Nachfolgemaschine M40 wurde schon über die Grenzen Italiens hinaus geliefert. Selbst während der Weltwirtschaftskrise brummte für Olivetti das Geschäft: Allein im Jahr 1929 wurden mehr als 13.000 Schreibmaschinen hergestellt. 20 Mitarbeiter hatte die Firma anfangs, 1934 waren es 1.000 und bis 1940 sollte die Zahl auf 4.000 steigen. Camillos Sohn Adriano übernimmt 1933 die Leitung des Unternehmens – und er tat dies auf einzigartige und zukunftsgerichtete Weise, wie sie in dieser Zeit in Europa nirgends sonst zu finden war.

Produktionsstandort von Olivetti ist die Stadt Ivrea zwischen Turin und Mailand. In Mailand findet Adriano Olivetti die renommierten Künstler, die seine avantgardistischen Schreibmaschinen entwerfen. So entwickelt Marcello Nizzoli 1950 für Olivetti mit der schlichten und kantigen „Lettera 22“ die Reiseschreibmaschine par excellence, die zum Grundmodell einer ganzen Dynastie von erfolgreichen Schreibmaschinen werden sollte.



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Von der Schreibmaschine bis zum Tischrechner – alte und neue Design-Klassiker von Olivetti


 

Mythos Olivetti-Schreibmaschine

Erich Kästner liebte das Modell ebenso wie Hemingway und Wolfgang Koeppen. Und noch Stephen King vertraute in seinen frühen Jahren der Magie einer Olivetti. „Brennen muss Salem“ habe er auf einer tragbaren Olivetti geschrieben, verriet er dem „Playboy“.

Günter Grass hat sogar vier Exemplare davon, auf denen er abwechselnd tippt. In einem Gedicht von ihm heißt es: „Meine alte Olivetti/ ist Zeuge, wie ich fleißig lüge/ und von Fassung zu Fassung der Wahrheit/ um einen Tippfehler näher bin.“

Vor allem die Lettera 32 wurde zum unverzichtbaren Arbeitsgerät für Journalisten, Schriftsteller und Mafia-Bosse. Man fand sie im Dschungel von Vietnam und erst im Jahr 2006 wieder im abgedunkelten Steinhaus auf Sizilien bei der Festnahme von Mafia-Boss Bernardo Provenzano. In den 43 Jahren seiner Flucht hatte er alle Anweisungen auf seiner alten Olivetti getippt.

1042833381Meisterhaftes Industriedesign

In den 1960er und 70er Jahren galten Olivetti-Geräte als weltweit führend im Industrie-Design. Legendäre Künstler wie Ettore Sottsass und Marco Zanuso konnten für die Firma verpflichtet werden. Sottsass etwa gestaltete 1969 die berühmte Valentine, eine knallrote Kunststoff-Reiseschreibmaschine. Die Videoabspielkonsole von Mario Bellini steht heute in der Design-Abteilung des Museum of Modern Art, wie sich überhaupt in allen renommierten Design-Sammlungen dieser Welt zahlreiche Olivetti-Geräte finden, vom Computer bis zur Zählmaschine.



 
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