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Ghia: Unsterblich durch Design
922672791Mit einem deutschen Auto hat er sich ein Denkmal geschaffen. Bis heute steht sein Name für Luxus und edles Design: Ghia ist ein lebender Mythos in der Autobranche. Der legendäre Karmann-Ghia und die Top-Modelle von Ford sind nach dem Turiner Designer Giacinto Ghia benannt.

Bilder-Galerie: Ghia einst und jetzt


Giacinto Ghia lebte nur bis 1944. Und doch werden mehr als 60 Jahre später noch Autos in seinem Namen gebaut, weil sie sich so gut verkaufen. Der Name Ghia adelt heute die jeweiligen Top-Ausstattungen der Ford-Modelle, wie Fiesta, Focus, Mondeo oder Galaxy. Überhaupt, der Name: Entgegen der landläufigen Meinung spricht man die Designer-Legende eben nicht "Dschia" aus, sondern ganz genau so, wie man ihn schreibt: "Gia" - mit stummem H, aber ganz normalem G.

Giacinto Ghia wurde 1887 in Turin geboren, zu einer Zeit also, als auch in der späteren berühmten Autometropole noch kaum Autos fuhren. Der Buchhaltersohn ging mit 13 Jahren bei einem Kutschenbauer in die Lehre und begeisterte sich wie alle Jungen seines Alters für die ersten Automobile. Es sollte allerdings noch einige Jahre dauern, bis er selbst am Steuer sitzen konnte - als Testfahrer.

Folgenschwerer Unfall

1915 brach sich Ghia bei einem Autounfall bei Beine und konnte nicht weiter als Testfahrer arbeiten. Zusammen mit einem Freund machte er sich dann mit einer Karosseriewerkstatt selbständig. Insbesondere die leichten Aufbauten ihrer Wagen fanden bei Rennen schnell Beachtung, wie der Fiat Torpedo. Außer Luxus- und Sportwagen entwickelten die Designer bald auch Motorräder.

Als sein Partner eigene Wege ging, stieg Ghias Schwager Giorgio Alberti ins Unternehmen ein. Ghia baute damals vor allem Karossen für FIAT, Lancia, Chrysler, Alfa und Isotta. Im Zweiten Weltkrieg musste die Firma auf Rüstungsbetrieb umstellen und stellte u.a. Fahrräder her. Bei einem Luftangriff auf Turin 1944 wurden die Maschinenanlagen fast vollständig zerstört. Zu dieser Zeit war Ghia bereits schwer krank und verstarb noch im gleichen Jahr, am 21. Februar 1944, kurz darauf auch seine Frau.

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Bilder-Galerie

Vom Fiat Torpedo über den Karmann Ghia bis zu Studien für Ford: Ghia-Modelle einst und jetzt



Fliegende Wechsel an der Spitze

Auch wenn der Schwager im Unternehmen blieb, begann nach dem Tod von Ghia eine Zeit der ständigen Führungswechsel.
Als größter Glücksgriff für die Firma erwies sich der kaufmännisch geschickte Luigi Segre. Als neuer Chef der Carrozzeria Ghia kam der junge Ingenieur 1953 auf dem Genfer Autosalon mit Wilhelm Karmann ins Gespräch. Der Leiter des Osnabrücker Karosseriewerks klagte ihm sein Leid, VW nicht von einem schnittigen Wagen auf Basis des alten Käfers überzeugen zu können.

Kurz darauf präsentierte Segre ihm seinen Entwurf, und der überzeugte offenbar nicht nur Karmann: Noch im gleichen Jahr wurde die Serienproduktion des Karmann Ghia bei VW beschlossen.

Weiter auf Seite 2: Erfolg mit "Sekretärinnen-Ferrari" und Ende bei Ford



 
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