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Kraft der zwei Herzchen: Piaggio MP3 HyS
1031262611Bei Autos sind Hybridantriebe mega-hip, seit alle Welt über den Klimawandel redet. Doch auch für kleine Zweiräder ist die Technik interessant. Der italienische Traditionshersteller Piaggio testet schon die ersten Motorroller mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb.

Bilder-Galerie: Piaggio MP3 HyS


Eigentlich sind Motorroller in italienischen Innenstädten das vernünftigste Fortbewegungsmittel: Sie sind klein und wendig – damit passen sie prima in jedes noch so enge Gässchen. Und sie brauchen wenig Sprit – und damit wären sie theoretisch auch noch umweltfreundlich.

Kampf den Dreckschleudern

Praktisch sieht es leider so aus, dass in italienischen Großstädten die Roller eher zur Plage werden. Von Umweltfreundlichkeit kann keine Rede sein: Sie schlucken zwar weniger als Autos, haben aber natürlich auch viel weniger PS. Bezogen auf den Hubraum ist der Verbrauch immer noch enorm, und so sieht die CO2- und Feinstaub-Bilanz von Vespa und Co. leider nicht ganz so rosig aus. Das zeigt sich regelmäßig dann, wenn wieder mal in einer Millionenstadt Smog-Fahrverbote verhängt werden. Die Motorrollerhersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt und setzen schon seit Jahren zunehmend auf sparsame Viertakter, vor allem in kräftigeren Modellen.

Piaggio geht nun noch einen Schritt weiter: Das Traditionsunternehmen aus Pontedera experimentiert mit drei Hybrid-Prototypen auf Basis der Vespa LX, des X8 und des MP3. Motorroller seien vor allem Stadtfahrzeuge und gerade in der Stadt spiele die Schadstoffdebatte eine große Rolle, begründet der italienische Hersteller seine Forschungsaktivitäten.

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Bilder-Galerie

Piaggios pfiffiger Prototyp: Der Dreirad-Roller MP3 als umweltfreundliche Hybrid-Variante


 

20 Kilometer ohne Benzin

Piaggio nennt seine Modelle HyS (Hybrid Scooter). Der Elektromotor unterstützt den Viertaktbenzinmotor immer dann, wenn viel Leistung benötig wird – etwa beim Anfahren. Das System soll die Reichweite um bis zu 60 Kilometer pro Liter erweitern und den CO2-Ausstoß auf bis zu 40 Gramm pro Kilometer senken. Die HyS-Modelle können auch mit reinem Elektrobetrieb als Null-Emissonsfahrzeuge gefahren werden und kommen ohne Benzin bis zu 20 Kilometer weit. Bei der Technik legt Piaggio Wert auf einfache Handhabung und leichte Bedienbarkeit.

Beim X8 und beim MP3 sind die Batterien im Helmfach unter der Sitzbank untergebracht, bei der Vespa LX in einem Topcase. Die Batterien können an einer herkömmlichen Steckdose innerhalb von drei Stunden wieder aufgeladen werden. Sollte das Experiment erfolgreich verlaufen, könnten also schon bald die Motorroller sanft durch Italiens Städte schnurren anstatt kräftig zu knattern.


[Auto-Reporter.net/jri, Leadsatz/tig – Fotos: Piaggio]



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