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Sexy Sammlerstück: La Lambretta

lambretta150Roller aus Italien müssen nicht immer Vespa heißen: Für viele ist die Lambretta der Inbegriff des Motorrollers. Verglichen mit der eher dicklichen Vespa galt sie als elegantere Stadtgefährt. Die leidenschaftliche Lambretta-Fahrerin Loren zeigte der Welt, dass dieser Roller auch noch sexy war. Heute ist die Lambretta Kult-Objekt und begehrtes Sammlerstück.

Ferdinando Innocenti hatte sein Geld nach dem Krieg mit Stahlrohren und Aufträgen des Vatikans verdient - doch sein Erfindungsreichtum stand damals erst am Anfang. Die italienische Bevölkerung sollte mobiler werden, das erkannte er schon früh.

 

Lambretta aus Lambrate

So konstruierte Innocenti mit der Lambretta einen Roller, der zu den meistproduzierten Zweirädern aller Zeiten avancieren sollte. Der Name des Gefährts ist dabei eine Referenz an seine Geburtsstätte. Denn es war im Mailänder Stadtteil Lambrate, am Fluss Lambro gelegen, wo Innocenti seine Gefährte montierte. Sein Plan ging auf: In der Tat kam seine Idee gut an und machte die Italiener mobil: Zusammen mit Piaggios Vespa-Roller wurde die Lambretta zum treuen Begleiter einer ganzen Nation - und darüber hinaus. Die Lambretta war und ist Kult, ob es nun die Jugendgruppen der Mods waren (die wir aus dem The-Who-Film "Quadrophenia" kennen), die Alt-Freaks unserer Tage oder modebewusste Italiener der 50er und 60er Jahre.

lambrettaclub1_200 Die ersten Modelle tuckerten mit bescheidenen 4,3 PS aus 125 Kubikzentimeter über die Lande, später wurden es dann 12 PS aus 200 Kubikzentimetern. Lambrettas waren mit die ersten Zweiräder mit E-Starter und Scheibenbremse. Aufgrund des riesigen Erfolgs vergab Innocenti Lizenzen ins Ausland, so dass die Lambretta auch in Deutschland (NSU), Spanien (Serveta) und Indien (SIL) gebaut wurde.

In den 1970ern kam dann das Aus: Die Produktion in Italien wurde eingestellt, denn mittlerweile waren die Italiener aufs Auto umgestiegen, und die Krise des Zweiradgeschäfts hatte Lambretta empfindlich getroffen. Doch in Spanien wurden die Modelle unter anderem Namen noch bis in die 80er gefertigt, in Indien sogar bis vor etwa 10 Jahren.

 

Schneller Stadtflitzer für Stilbewusste

Was bleibt, ist die Erinnerung an bessere Zeiten: In ihrer Hochzeit war die Lambretta der Inbegriff des Rollers schlechthin. Im Gegensatz zur etwas gedrungenen Vespa fiel der Hinterbau der Lambretta sanft ab - eine Form, die modebewussten Italienerinnen ausgesprochen zusagte, allen voran Sophia Loren. Dank der hochgezogenen Verkleidung eignete sich der Roller auch als schneller Stadtflitzer im Kostüm. Dabei kam die Ur-Lambretta noch "unten ohne" daher, erst später verschwand die zu ihrer Zeit avantgardistische Technik unter dem schmucken Blechkleid. Das ist auch der wichtigste technische Unterschied zur Vespa: Die Lambretta hat - ganz in der Tradition ihres Erfinders - einen Rahmen aus Stahlrohr, bei Piaggio setzte man dagegen auf eine selbsttragende Karosserie. Ironie der Geschichte: Auch Piaggio baut inzwischen Roller mit Stahlrohrrahmen.

Noch heute hat die Lambretta viele Freunde, auf Oldtimer-Auktionen erzielen gut erhaltene oder restaurierte Exemplare hohe Preise, Spezialisten bieten nach wie vor Ersatzteile an. Auch Randdisziplinen wie Roller-Cross oder kleine Rennen halten die Legende am Leben.

 

Lambretta-Treffen in Deutschland

Eingefleischte Lambrettisti aus ganz Europa treffen sich jedes Jahr bei der "Eurolambretta". Zum 60. Geburtstag des Kultgefährts kommen sie alle nach Neckarsulm, wo seinerzeit die NSU-Lambretta in Lizenz gefertigt wurde. Mehr zu dieser Veranstaltung gibt's im Internet unter www.eurolambretta.de .

 

 

[XXL-News/Guido Augustin, Leadsatz - Fotos: Poster, Gerrit Musekamp/Lambretta Club Deutschland]

 


 

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